Bluthochdruck durch Burnout, Depressionen und Angstzustände und was man dagegen unternehmen kann

Mein Blutdruck im Ruhezustand rund drei Jahre nach dem Burnout. Während des Burnouts hatte ich zeitweise Werte von über 170 zu 110 bei einem Puls von über 100 im Sitzen!
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Ein sehr typisches Symptom und ein ebenfalls sehr häufiger Begleiter eines Burnouts ist ein erhöhter Blutdruck, der sich bis hin zu einer starken Hypertonie entwickeln kann. Vor allem bei Menschen die langfristig von Ängsten und Panikattacken betroffen sind, können die Blutdruckwerte schnell in gefährliche Bereiche von über 180 zu 110 steigen.

Durch die Dauerbelastung des Körpers und die damit verbundene starke Ausschüttung und langanhaltende Überflutung des Organismus mit Stresshormonen, bleibt der Blutdruck dann häufig auch im Ruhezustand und sogar selbst lange nach solchen akuten Stresssituationen deutlich erhöht.


Meine persönlichen Erfahrungen mit Bluthochdruck während meines Burnouts

Der Bluthochdruck war eines der ersten Symptome meines damaligen, hauptsächlich stressbedingten Burnouts. Er hielt sich bei mir auch noch einige Zeit nach der Haupterkrankungsphase. Selbst heute noch, wo es mir wieder viel besser geht, ist er insgesamt immer noch etwas erhöht. Vor allem bei Einfluss von starkem äußerem Stress, ist der Blutdruckwert manchmal über ein bis zwei Wochen danach auch im Ruhezustand noch zu hoch. Ohne Medikamente reguliert sich ein aus der Reihe geratener Blutdruck nicht so schnell.

Ich habe aber entschieden, dass ich persönlich keine Medikamente im aktuellen Zustand nehmen möchte und behandle die zu hohen Werte daher auf natürliche Art mit vielfältigen Maßnahmen. Mein Blutdruck senkt sich über die letzten Monate kontinuierlich mit zwischendurch kleineren Wellen nach oben. Insgesamt ist der Trend aber eindeutig zu einem langfristig besseren, durchschnittlichen Blutdruckwert zu erkennen. Auch die Spitzen bei den Werten werden auf Dauer bei mir immer geringer und gehen zusehends weiter Richtung Normalbereich. Es braucht eben seine Zeit, denn der Blutdruck ist ja auch nicht von heute auf morgen durcheinander gekommen. Vorher findet meist ein langer Weg dahin statt.

So wie ich viel Ruhe und Zeit für mich habe und wenige oder nur geringe äußere Stresseinflüsse auf mich einwirken, sinkt der Blutdruck schnell auf ein gutes Niveau von 120/135 (oberer Wert, systolisch) zu 78/85 (unterer Wert, diastolisch). Nach meinen täglichen Meditationen, die ich meist vor dem Schlafengehen durchführe, liegt er teils sogar unter dem optimalen Wert von 120/80. Werte von 139 zu 89 gelten für viele Menschen und Ärzte als bereits zu hoch, sind jedoch noch im „hochnormalen“ Bereich klassifiziert. Bei älteren Menschen ist ein leichter Bluthochdruck ohnehin eher die Regel als die Ausnahme. Mehr zu den Blutdruckwerten findet ihr auch in diesem ausführlichen Beitrag.

Stress, negative Gedanken, Dauergrübeln und Ängste sind ganz schlechte Einflussfaktoren auf die Blutdruckwerte. Wenn Ängste akut werden und sich in Paniken umwandeln, dann kann es ganz schnell zu Spitzenwerten kommen.

Meine ehemaligen Extremwerte in Sachen Bluthochdruck bei Angst- und Panikattacken

Da ich über viele Monate während meines Burnouts, vor allem in der Anfangsphase an schweren Angstzuständen litt, die sich bis hin zu Panikattacken gesteigert hatten, kann ich aus erster Hand von meinen Blutdruckspitzen berichten.

Einmal baute sich die Angst über Stunden immer stärker auf und mündete in einem langanhaltenden Panikzustand. Dieser Panikattacke ging so ins Extrem, dass ich dachte ich dreh durch. Ich machte mich auf zum Arzt, zumindest einige Stunden später, als es mir überhaupt wieder möglich war.

Die Blutdruckmessung ergab mehrere Stunde nach der Panikattacke noch Werte von 176 systolisch zu 117 diastolisch im „Ruhezustand“. Die Ärztin schrieb mir sicherheitshalber schonmal eine Überweisung für das Krankenhaus als mögliche Notfalleinweisung. Ich bin damals aber nicht hingegangen und habe stattdessen alles daran gesetzt mich wieder zu beruhigen, soweit meine damaligen Maßnahmen und mein Wissen diesbezüglich reichten.

Ab wann wird der Bluthochdruck gefährlich?

Ein zu hoher Blutdruck ist vor allem dann gefährlich, wenn er auf Dauer besteht und einfach nicht wieder heruntergeht oder sich sogar im Laufe der Zeit immer weiter erhöht. Wer einen Bluthochdruck über viele Jahre anstehen lässt, der riskiert mit zunehmender Dauer Herzkrankheiten wie den Herzinfarkt, ein erhöhtes Schlaganfallrisiko und viele weitere negative Folgen, die vor allem in Bezug auf das Herz- Kreislaufsystem ihre Auswirkungen zeigen können.

Ebenfalls sehr gefährlich sind extrem hohe Blutdruckwerte, auch wenn sie nur vorübergehend bestehen sollten. Bei einem Blutdruck von 180 zu 120 sollte unbedingt sofort ein Arzt aufgesucht werden oder der Notarzt alarmiert werden. Das gilt aber generell bei starken Hypertonien. Der Blutdruck sollte immer von einem Facharzt kontrolliert und körperliche sowie psychische Ursachen abgeklärt werden.

Was man dann im Anschluss mit der Diagnose macht und wie man handelt, das ist jedem selbst überlassen. Ich würde nie jemanden empfehlen keine Medikamente zu nehmen, wenn er den Blutdruck auf Dauer nicht anderweitig senken kann oder Extremwerte hat.

Sofortmaßnahmen und langfristige Möglichkeiten gegen einen psychischen- und stressbedingten Bluthochdruck

Es gibt einige Sofortmaßnahmen, die man vor allem bei extremen Werten treffen kann, um den Blutdruck möglichst rasch wieder auf ein erträgliches Niveau zu bringen. Neben der umgehenden Untersuchung und Abklärung durch einen Arzt, die schnellstmöglich erfolgen sollte, kann man auch folgende Dinge in Betracht ziehen, die mir persönlich geholfen haben und zu denen ich auch einige weitere positive Erfahrungen im Netz gefunden haben. Dies ist keine konkrete Empfehlung, ein Heilversprechen oder die Aufforderung zur Selbsttherapie, nur meine Erfahrung!


Sofortmaßnahmen gegen Bluthochdruck:

  • Wenn möglichst schnellstmöglich aus der Stresssituation, dem Trigger oder der negativen Umgebung herausgehen und in eine ruhigere Umgebung zurückziehen. Wenn es einem sehr schlecht geht, sollte man sicherheitshalber eine weitere Person darüber informieren!
  • Viel Trinken, Wasser und ungesüßter Tee (auf keinen Fall schwarzer oder grüner Tee mit viel Koffein!). Die Flüssigkeit verdünnt das Blut und lässt es besser fließen und leichter vom Herz durch den Körper pumpen.
  • Tief atmen, ganz langsam in den Bauch ein und durch den Mund wieder aus. Das Ausatmen langsamer als das Einatmen ausführen. Das beruhigt den Körper je nach Situation deutlich.
  • Magnesium zu sich nehmen und mit viel Wasser trinken. Bitte nur leicht aufnehmbares möglichst natürliches Magnesium ohne irgendwelche synthetischen Zusatzstoffe! Das muss nicht das teuerste sein, ein einfaches, qualitativ gutes Produkt* reicht völlig aus. 500-600mg Magnesium sind ein guter Wert, mehr kann zu Durchfall führen.
  • Nicht rauchen und kein Alkohol trinken in dieser akuten Stressphase (sollte man selbstverständlich generell nicht), beides verschlechtert sowohl kurz- als auch langfristig die Blutdruckwerte bei sehr vielen Menschen!

Langfristige Maßnahmen gegen stressbedingten hohen Blutdruck

  • Ein Umfeld das Dich krank macht, solltest Du schnellstmöglich und nachhaltig verlassen, negativer Stress sollte auf ein Minimum heruntergefahren werden!
  • Eine sehr gute Möglichkeit langfristig den Blutdruck zu senken ist die Meditation. Ich habe vor allem direkt danach immer sehr niedrige Blutdruckwerte, fast wie ein Kind.
  • Achtsame Spaziergänge in der Natur und ausgedehnte langsame Wanderungen stärken das Herz-Kreislaufsystem, beruhigen, mindern nachweislich Stresshormone im Körper (siehe Beitrag zum Waldbaden) und haben einen sehr positiven langfristigen Einfluss, sowohl auf Blutdruckschwankungen als auch generell zu hohe Blutdruckwerte. Über Monate hinweg kann man so ebenfalls zur Senkung seines durchschnittlichen Blutdrucks beitragen.
  • Salzreduktion und Gewichtsabnahme über eine gesunde Ernährung. Wenn man an Übergewicht leidet, dieses kann auch stressbedingt oder durch Medikamente mit verursacht worden sein, dann kann man mit einer Gewichtsreduktion häufig einen sehr positiven Einfluss auf seine Blutdruckwerte nehmen. Auch die Reduktion von Salz auf unter 6 Gramm am Tag kann helfen die Werte auf Dauer zu senken.
  • Nicht nur als Sofortmaßnahme empfiehlt sich die Aufnahme von mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag, ohne Zucker!
  • Eure Schilddrüse kann ebenfalls aufgrund der Psyche und dem Stress aus dem Takt gekommen sein, sowohl eine Überfunktion als auch Unterfunktion der Schilddrüse kann sich ganz deutlich auf den Blutdruck auswirken. Lasst das Thema von einem kompetenten Facharzt prüfen.
  • Einige Nahrungsergänzungsmittel und Naturheilmittel haben bei manchen Personen anscheinend eine positive Wirkung auf deren Blutdruckwerte gezeigt, wenn man den zahlreichen Erfahrungsberichten im Netz vertraut. Es werden hier Stoffe wie die Aminosäure L-Arginin, die Heilpflanze Ashwagandha und die Versorgung mit ausreichend Jod und Selen immer wieder in Zusammenhang gebracht. Jod und Selen sind wiederum extrem wichtig für die Schilddrüse. Sorgsam dosierte Algen, Meeresfisch und Paranüsse können in sehr vielen Fällen hochdosierte und künstlich hergestellte Nahrungsergänzungsmittel diesbezüglich problemlos ersetzen.
  • Eine allgemein gesunde und ausgewogene Ernährung sollte die Grundlage sein, um generell wieder gesund zu werden bzw. gesund zu bleiben. Nährstoffmängel sollten durch einen ausführlichen Bluttest über einen in dieser Richtung kompetenten Arzt ausgeschlossen- und wenn sie bestehen schonend aufgefüllt werden. Die Aufnahme der Mikronährstoffe sollte über die tägliche Ernährung erfolgen und entsprechende Nahrungsergänzungsmittel auch wirklich nur eine Ergänzung bleiben! Sie ersetzen definitiv keine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise.

Fazit und wichtiger Notfallhinweis:

Wenn die Blutdruckwerte viel zu hoch sind – vor allem ab 170/180 beim oberen Wert und ab 110 beim unteren Wert – oder sogar noch weiter in den kritischen Bereich tendieren und man sich dadurch auch noch sehr stark beeinträchtigt fühlt, vielleicht auch noch einen rasenden Puls von weit über 100 hat, dann sollte man wirklich sofort einen Arzt konsultieren bzw. den Notarzt alarmieren!

Findet man eine Person in diesem extremen Zustand vor, sollte man ebenfalls nicht zögern einen Notarzt zu rufen! Es gab leider schon genug Menschen, die am Arbeitsplatz oder zu Hause deswegen einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder ähnliche schlimme Folgen erlitten haben.



Zwar ist ein zu hoher Blutdruck selbst langfristig nicht automatisch mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall bei jedem Betroffenen verknüpft, aber er erhöht die Chancen auf längere Sicht zu erkranken. Das gilt auch bei sehr hohen Werten, die immer wieder in kurzen Zeiträumen auftreten, denn auch diese können die Wahrscheinlichkeit an schwereren Symptomen zu erkranken erhöhen. Das Risiko sollte niemand auf Dauer eingehen!

Persönliche Empfehlung auf dieser Webseite:
Gerne kannst Du auch an meinem ausführlichen Burnout Test teilnehmen, selbstverständlich ist dieser kostenlos und ohne Angabe Deines Namens oder Deiner E-Mail Adresse nutzbar.

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Über Marco Eitelmann 33 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

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