Burnout und Depression – Medikamente Ja oder Nein, was spricht dafür und was dagegen?

Weltweit gibt eine sehr große Anzahl an verschiedenen Medikamenten gegen psychische Leiden, wie Depressionen, Angst- und Schlafstörungen. Nicht selten werden diese vorschnell verschrieben und bieten aus meiner Sichtweise für sich allein genommen - d.h. ohne weitere sinnvolle Maßnahmen zur Heilung - definitiv keine langfristige Lösung oder gar eine nachhaltige Bearbeitung der psychischen Ursachen an.
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Sehr viele Menschen mit Depressionen, Angstzuständen oder Schlafstörungen nutzen nach ärztlicher Verordnung Psychopharmaka, Schlafmittel und andere pharmazeutische Hilfen, um wieder gesund zu werden oder die Symptome zu lindern. Ich möchte hier direkt vorab klar machen, dass ich niemanden seine Medikamente ausreden will und es sich bei diesem Beitrag ausschließlich um meine persönliche Meinung und Erfahrung zu diesem Thema handelt.

Ich bin auch der Ansicht, dass in seltenen Ausnahmesituationen kurzzeitige Medikamentengaben auch sinnvoll ein können oder sie langfristig zur Therapie bei körperlichen bzw. gesundheitlichen Behinderungen ebenso ihren Platz haben. Der individuelle Fall kann jedoch nur von einem kompetenten Arzt sowie am besten durch einen zusätzlich qualifizierten Therapeuten nach einer genauen Diagnose abgeklärt werden. Zudem benötigt es natürlich auch den Patienten der einer Einnahme zustimmt. Ob ihr Medikamente nehmen wollt bzw. solltet oder weiter konsumieren möchtet, könnt nur Ihr in Zusammenarbeit mit dem Arzt eures Vertrauens gemeinsam bestimmen.


Medikamente können trotz ihrer Nebenwirkungen ein Hilfsmittel bei der Behandlung von Depressionen, Angst- und Panikattacken sowie Schlafstörungen und weiteren psychischen Krankheiten sein. Auch müssen diese Nebenwirkungen selbstverständlich nicht bei jedem Anwender auftreten. Zwar gibt es einige häufige bis sehr häufige Nebenwirkungen, insbesondere bei der Einnahme von Antidepressiva oder im Falle von Schlafmitteln sogar mögliche schwere Abhängigkeiten, aber auch in diesen Fällen eben nicht bei jedem Anwender gleichermaßen.

Medikamente zur Behandlung von Burnout, Depression, Angst und Schlafstörungen – Meine Meinung und Erfahrungen

Bis auf ein paar natürliche Mittel wie Baldrian, Melisse, Johanniskraut und einiger sinnvoller Nahrungsergänzungsmittel, habe ich mit der Einnahme von Psychopharmaka oder Schlafmitteln keine persönlichen Erfahrungen gemacht. Meine damals erste Anlaufstelle war eine Neurologin- und Psychiaterin die mir nach weniger als 10 Minuten Gespräch bereits Antidepressiva sowie ein Schlafmittel verschreiben wollte. Zusätzlich sollte ich noch einen Protonenpumpenhemmer gegen mein damals stressbedingtes Sodbrennen einnehmen.

Ich war ziemlich entsetzt, dass man mir nach wenigen Minuten Gespräch direkt einen Chemiecocktail, mit teils drastischen, möglichen Nebenwirkungen vorsetzte und daraufhin ein Blatt von einem Pharmahersteller in die Hand drückte und am Schluss das Ganze als „Aufklärung des Patienten“ protokollierte.

Alternativen wurden nicht genannt, nur eine unterstützende Psychotherapie und eine Klinik wären auch gut für mich. „Ich wäre halt stark depressiv und die Angstzustände wären auch nicht selten, das käme von dem ganzen Stress dem ich ausgesetzt war und noch ausgesetzt bin.“ Wenigstens wurde ich von ihr kurz krankgeschrieben. Mir ging es nach dem Besuch miserabel und schlechter als zuvor.

Ich blieb natürlich nicht bei dieser Ärztin, lehnte jegliche Medikamente dieser Art ab und informierte mich über viele Wochen täglich stundenlang über Alternativen im Internet und begann an mir zu arbeiten. Ich ging auch einige Zeit später nach vorheriger Konsultation und Aufnahmevorbereitung in eine Psychiatrie mit Schwerpunkt Hypnose.

Auch dort bekam ich keine Medikamente dieser Art, viele der Mitpatienten bekamen sie bereits vorher und nahmen sie deshalb während der Klinikzeit durch, einige bekamen auch neue Mittel verschrieben, andere Betroffene wiederum reduzierten Ihre Medikamente während dieser Zeit.

Meine persönliche Meinung ist, dass Medikamente bestenfalls die Symptome lindern oder unterdrücken, aber die Ursachen nicht lösen können, die zu den aktuellen Symptomen geführt haben. Die vielen und breitgefächerten Nebenwirkungen, die vor allem Antidepressiva und Schlafmittel haben, müssen zwar sicherlich nicht bei jedem Konsumenten auftreten, jedoch konnte ich viele davon live bei meinen Mitpatienten feststellen und bekam sie natürlich auch in den Gruppen und in persönlichen Gesprächen häufig mitgeteilt.

Solange nicht wirklich eine körperliche, gesundheitliche Behinderung zu hundert Prozent festgestellt wurde, sehe ich in der Medikamenteneinnahme auf keinen Fall eine langfristige Lösung. Und dabei ist es aus meiner Sicht egal, ob es sich um Antidepressiva, Angsthemmer, Schlafmittel oder auch wegen eines stressbedingten Zustandes verordnete Protonenpumpenhemmer zur Magensäuresenkung handelt.

Was spricht für Medikamente bei psychischen Krankheiten und wann würde ich sie aus persönlicher Sicht als akzeptabel finden?

Medikamente können definitiv eine Hilfe bei psychischen Leiden sein, wenn sie zusammen mit einer sehr guten, ausführlichen und vor allem nachhaltigen Psychotherapie verbunden sind. Dazu sollte es meiner Ansicht nach aber noch viel mehr Maßnahmen geben, die zu einer Heilung beitragen können.

Körperliche Behinderungen oder definitiv körperlich bedingte Krankheitsbilder oder Schädigungen des Gehirns sind hier natürlich nicht mit gemeint. Da kann eine medikamentöse Langzeittherapie in einigen Fällen sogar unausweichlich werden, vor allem bei sehr schweren psychischen Erkrankungen. Aber auch in solchen Fällen können einige Maßnahmen neben der Medikamentengabe helfen. (Bitte vorher mit einem Arzt abklären, da einige Maßnahmen wie z.B. die Meditation auch angeblich negative Auswirkungen auf einige psychische Krankheiten haben könnte).

Im Folgenden werden nur einige Beispiele genannt, die bei sehr vielen psychischen Leiden, insbesondere Depression, Burnout, Angsterkrankungen, Panikattacken, Schlafstörungen sowie etlichen psychosomatischen Erscheinungen helfen können:


  • Meditation
  • Qi Gong oder Thai Chi
  • Täglich raus in die Natur
  • Glaubenssätze nachhaltig ändern
  • Hypnose
  • Mehrwöchiger oder mehrmonatiger Klinikaufenthalt in einer guten Psychiatrie
  • Sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel nach vorherigem Bluttest durch einen diesbezüglich kompetenten Arzt
  • 3-4 mal die Woche „Waldbaden
  • TV, Smartphone und Nachrichtenkonsum drastisch reduzieren
  • Social Media Hygiene betreiben, gilt insbesondere auch für das reale Leben!
  • Sich selbst in psychologischer und geistig/-seelischer Sicht weiterbilden
  • Informationen einholen über Alternativen, erfolgreiche Behandlungen und Geschichten geheilter Menschen (bitte dabei unbedingt auf seröse Quellen achten!)

Es gibt noch weitere Möglichkeiten und Maßnahmen gegen viele psychische Leiden. Es sind deutlich mehr als ich hier nur kurz aufgezählt habe. Wenn es wirklich nicht mehr anders geht und man einen fachlich ausgezeichneten Arzt hat, dem man sein Vertrauen mit gutem Gewissen schenken kann und man auch selbst dazu bereit ist, dann kann man kurz bis mittelfristig auch ergänzend auf Medikamente zurückgreifen. Dies ist wie gesagt nur meine Meinung, auf keinen Fall ein medizinischer Ratschlag oder eine konkrete Handlungsempfehlung!

Was gegen Medikamente bei Depressionen, Angst, Panik, Burnout und Schlafstörungen sowie psychosomatischen Symptome spricht

Es gibt aus meiner Sicht sehr viel, was vermutlich auch in den meisten Fällen gegen die langfristige Einnahme dieser Medikamente aufgeführt werden kann. Vor allem dann, wenn die Symptome eine Ursache haben, die nicht auf Behinderungen, Unfallfolgen oder tatsächlich einwandfrei nachgewiesener Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit zurückzuführen sind.

Gegen die Medikamentengabe bei rein psychischen Ursachen sprechen aus meiner Sicht vor allem folgende Punkte:

  • Nebenwirkungen (Psychopharmaka haben größtenteils in erheblichen Umfang und in einer ebenso erheblichen Breite Nebenwirkungen, die schwere Folgen haben können. Gewichtszunahme, sexuelle Unlust, Angst, Unruhezustände, Herz- Kreislaufprobleme, Schlafstörungen, Magen- Darmstörungen, Depressionen usw. sind nur einige wenige der zahlreichen Nebenwirkungen die solche Medikamente haben können.)
  • Was bringt es gegen Stress…B. einen Protonenpumpenhemmer über Jahre einzunehmen, wenn das Sodbrennen vom Stress als Ursache herrührt, den man eindeutig reduzieren und den Umgang damit ändern kann?
  • Was bringt ein Schlafmittel langfristig… wenn man die Ursachen nicht bearbeitet, die einem im Kopf herumgehen oder die körperlichen Symptome nicht reduziert die durch Stress, Traumata oder sonstige Einflüsse entstanden sind?
  • Medikamente ohne Psychotherapie? – Auch das gibt es leider! Es werden Antidepressiva einfach über Jahre eingenommen, die Ursachen aber nicht weiterbearbeitet. Wie soll sich so etwas grundlegend am Zustand des Betroffenen ändern können?
  • Wie soll jemand mit einer Phobie oder einem angstauslösenden Trigger von seinen Angstzuständen und Panikattacken nur mit Beruhigungsmitteln und teils immer stärkeren Medikamenten auf lange Sicht herunterkommen, wenn er das Thema nicht nachhaltig bearbeitet und angegangen wird?
  • „Depression und Antidepressiva in einem schlechten Umfeld…“ – Was bringt Antidepressiva außer einer Symptomlinderung oder Symptomunterdrückung, wenn sich der Betroffene weiterhin z.B. an einem katastrophalen Arbeitsplatz mit extremem Stress und mieser Stimmung befindet und dort weiter verharrt oder in einer furchtbaren Beziehung sein Leben verbringt? Nichts… die Ursache muss weg!
  • Mit immer gleichen negativen Glaubensätzen weiter zu machen… das ist eine Garantie für psychische Leiden. Du hast es in der Hand deine Glaubenssätze ins Positive zu ändern.

Fazit:

Das Prinzip ist immer gleich. Medikamente lösen keine Probleme oder Ursachen. Sie sind bestenfalls bis auf ganz wenige Ausnahmen nur eine entsprechende Hilfestellung über kurze- bis mittlere Zeiträume. Ich durfte einige Menschen kennenlernen, die seit sehr vielen Jahren auf diese Medikamente gesetzt haben und endlich nach einer ordentlichen Therapie und einer Lebensumstellung eine wesentliche Besserung erfahren haben. Einige konnten die Medikamente dann mit ärztlicher Begleitung komplett absetzen, andere wiederum wenigsten reduzieren.

Medikamente können temporär einen Teil der Lösung auf dem Weg zur Heilung sein, aber eben nur ein kleiner Teil, wenn man ihn möchte. Ich habe von Menschen erfahren denen ihre Ärzte gesagt haben: „Ihre Depression ist nicht heilbar“ oder „Angsterkrankungen sind nicht heilbar“. Was für ein übler Glaubenssatz und eine niederschmetternde Diagnose die hier verbreitet wird. Seltsamerweise hatten auch einige von diesen Menschen selbst nach 15 Jahren und mehr dann doch noch eine vollständige Heilung oder zumindest deutliche Besserung erfahren.



Lasst Euch nicht demotivieren! Es gibt viele Möglichkeiten etwas aktiv zu unternehmen und gesund zu werden. Schaut auf die Menschen denen es besser geht als vorher und geht nicht in irgendwelche Gruppen in denen der Hauptinhalt der Gespräche nur das Leiden selbst ist und der Tenor „Nichts wird besser, alles immer schlimmer“ lautet. Ich bin nicht pauschal gegen alle Medikamente, nur gegen deren oft viel zu schnellen und mit wenigen oder sogar in manchen Fällen keinen Maßnahmen begleiteten Einsätzen.

Persönliche Empfehlung auf dieser Webseite:
Gerne kannst Du auch an meinem ausführlichen Burnout Test teilnehmen, selbstverständlich ist dieser kostenlos und ohne Angabe Deines Namens oder Deiner E-Mail Adresse nutzbar.

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Über Marco Eitelmann 33 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

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