Das Kloßgefühl im Halsbereich durch Stress und Depression – Was ich dagegen getan habe und wie lange es gedauert hat

Gefühl von einem Golf oder Tennisball im Hals Dauer und Maßnahmen gegen das Symptom
Für viele Betroffene fühlt sich das psychisch bedingte Kloßgefühl im Hals an wie ein Knoten oder ein Golfball oder im schlimmsten Fall sogar wie ein Tennisball der ober- oder unterhalb des Kehlkopfes sitzt.
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Ich habe bereits einen Beitrag zum Kloßgefühl im Hals geschrieben, das ich damals als eines von vielen psychosomatischen Symptomen hatte. Er ist zu finden unter dem Thema „globus hystericus“. Auch in einem weiteren Artikel auf meinem Blog alternativ-gesund-leben.de, hat das Thema für einen sehr umfangreichen Austausch unter den Betroffenen über die dortige Kommentarfunktion gesorgt. Ich habe an manchen Tagen mehrfach dazu geantwortet und meine eigene Erfahrung geschildert und vor allem was ich dagegen unternommen habe. Da ich es immer wieder gefragt werde, ist nun dieser Artikel zum Thema der Dauer und meinen persönlichen Maßnahmen gegen den „Kloß im Hals“ entstanden.

Das scheinbare Kloßgefühl, das meist in der Nähe des Kehlkopfes, häufig auch darunter auftritt, gehört zu den häufigsten psychosomatischen Symptomen bei zu viel negativem Stress, Depressionen und Burnout. Auch bei Angsterkrankungen, Traumata und Trauer sowie Panikattacken kommt er häufig vor. Natürlich kann er auch körperliche Ursachen haben z.B. einen Kropf, eine Komplikation mit der Schilddrüse oder eine Verletzung. Diese Möglichkeiten gilt es vorher durch einen Arzt genau abklären zu lassen. Hier soll es jedoch rein um das Symptom eines  psychisch erzeugten Kloß im Hals gehen.


Die Suche nach dem Kloß im Hals und den Auslösern als Vorarbeit:

Vorab möchte ich nochmals erwähnen, dass es sich wie immer und genau wie auch bei allen anderen Beiträgen und Themen auf meiner Webseite nicht um eine medizinische Beratung, sondern ausschließlich um meine persönlichen und somit subjektiven Erfahrungen mit dem Thema handelt.

Bis ich endlich herausgefunden hatte, warum ich dieses Kloßgefühl im Hals bekam, wann es stärker oder schwächer wurde und wie ich es behandeln konnte, sollten zunächst einige Monate vergehen. Am Anfang dachte ich noch an ein Schilddrüsenproblem, einen Kropf oder Schäden durch mein damaliges sehr starkes Sodbrennen zu Beginn des Burnouts. Das dieser Kloß rein psychisch ist, wollte ich mir zu Beginn weder eingestehen, noch dachte ich daran.

Nach dem ich körperlich alles ärztlich abgeklärt hatte und gleichzeitig etliche Recherchen im Internet führte, kam ich auf den Begriff „globus hystericus“. Der Name beinhaltet auch schon den bedeutendsten Grund für das Kloßgefühl im Hals. Stress, ständige Überlastung, Angst und Depression gehören zu den mit Abstand häufigsten Auslösern des als real wahrgenommen Gefühls. Interessanterweise wird es nicht nur wahrgenommen, sondern ist zumindest bei mir nach etwas Sucharbeit ganz deutlich als Verhärtung je nach Stärke der aktuellen Ausprägung tastbar gewesen. Dies war aber nicht permanent so. Ab und zu kam das Gefühl nur moderat und dann war meist wenig bis nichts tastbar. Wenn kein Gefühl da war, konnte man es auch nicht ertasten.

In den schlimmsten Zeiten war der ganze Hals verhärtet und man konnte einen regelrechten Verspannungsknoten feststellen, auch stellte sich dieses Gefühl bei geringstem Stress oder Trigger-Momenten ein. Manchmal auch durch eine unbewusste Vorstellung, die ich zunächst also gar nicht auf dem Schirm hatte. Dazu kam am Tiefpunkt auch noch psychosomatisches Asthma. Mir raubte es regelrecht den Atem in der Kombination eines Golf- bis Tennisball großen Kloßgefühls unterhalb des Kehlkopfes ca. auf Höhe der Schilddrüse und der Atemnot mit ziehen Geräuschen und teils Schleimbildung.

Ich konnte mit der Zeit die Auslöser, die zu erwartende Intensität und auch der nächste Schub von Atemwegsprobleme und Verengungen sehr gut einschätzen. Zwar hatte ich zuvor schon einige Maßnahmen zur Heilung meines Burnouts getroffen, doch nun konnte ich auch gezielt dagegen vorgehen.

Wie bekommt man den psychosomatischen Kloß im Hals wieder vollständig weg? – Eigene Erfahrungen und Maßnahmen

Ich habe einige persönliche Maßnahmen und Verhaltensweisen getroffen, die hier zu rein informellen Zwecken dienen sollen, vielleicht könnt ihr die ein oder andere Information für Euch nutzen.

Das Kloß Gefühl nicht ignorieren oder verdrängen

Zu Beginn wollte ich das Gefühl einfach nur schnellstmöglich loswerden, die Ursachen oder der Sinn davon hat mich überhaupt nicht interessiert. Ein grundlegender Schritt zur Heilung war es dieses Gefühl gerade eben nicht zu verdrängen, genau zu hinterfragen und zu spüren wann es auftaucht, wann es stärker oder schwächer wird und warum es überhaupt da ist. Akzeptanz ist sehr wichtig, es ist aktuell da und es hat einen Grund.

Den Stresslevel drastisch reduzieren und aktive Entspannungsmaßnahmen treffen

Wenn einer der Hauptauslöser für den Stresskloß im Hals der negative Stress ist, der auch zu etlichen weiteren psychischen und psychosomatischen Symptomen führen kann, dann ist eine der logischsten und auch ersten Maßnahmen eine drastische Stressreduktion. Ich wurde insgesamt 10 Monate krankgeschrieben und nutzte in dieser Zeit endlich wieder normale und gesunde Dinge wie z.B. Spaziergänge in der Natur, lernte das „Waldbaden“ kennen und fing mit dem Training in einem Thai Chi Verein an. In diesem Verein praktiziere ich heute vor allem Meditation und Qi Gong.

Stress und haltungsbedingte Verspannungen können das Gefühl auslösen und unterstützen den Kloß im Hals dabei massiv!

Erst einige Monate später nach dem Ausbruch des Kloßgefühls, lernte ich in der Therapie eine sehr liebe Physiotherapeutin kennen. Auch sie bestätigte mir nochmals, dass dieses Kloßgefühl sehr häufig vorkommt und meist durch Stress und psychische Erkrankungen ausgelöst wird. Diese führen dann sekundär auch zu Verspannungen, vor allem auch im Halsbereich. Darüber klagen viele gestresste Menschen. Die Schlafstörungen, innere Unruhe sowie häufige Angst und Panikzustände die ich hatte, verschlimmern diese Verspannungen natürlich. Ich begann also mit mehr Bewegung und gezielter Massage der verspannten Punkten und Bereichen, um den Verspannungen entgegenzuwirken.


Sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel

Da ich durch das Burnout und die zuvor suboptimale Ernährung nach einer ausgiebigen Blutanalyse durch einen guten Arzt mehrere Mangelzustände diagnostiziert bekam, supplementierte ich neben weiteren sinnvollen Ergänzungen vor allem Magnesium*. Dieses hilft nicht nur bei Muskelkrämpfen, sondern führte bei mir auch zur Verminderung der inneren Unruhe, zur Förderung der Schafqualität und natürlich zur Entspannung, insbesondere der Muskeln. Sehr positiv machte es sich auch gegen meine Herzrhythmusstörungen bemerkbar, die ich ebenfalls damals hatte.

Meditation

Mit der Meditation traf ich schon recht früh eine der besten Maßnahmen gegen meine damaligen Symptome und gegen das gesamten Burnout. Meditation wirkt sehr vielfältig und beruhigt, zudem erfährt man mit zunehmender Regelmäßigkeit und Dauer sehr viel über sich selbst, sein Bewusstsein und seinen Körper. Man nimmt die Rolle eines Beobachters ein und erkennt, dass man selbst alles in der Hand hat und die Gedanken die Körperfunktionen und Stimmungen ganz klar steuern. Das kann jeder Mensch, im folgenden Beispiel allerdings im negativen Sinne gut nachvollziehen, der schon einmal eine Angst- oder Panikattacke erlebt hat. Die Gedanken und Glaubenssätze die dabei ablaufen, befeuern diese ungemein. Die Gedanken steigern den Zustand von der Angst bis zur Panikattacke selbst. Bis es irgendwann zur sogenannten Angst vor der Angst kommen kann.

Die Reduktion der anderen psychischen und psychosomatischen Symptome

Wer an sich persönlich arbeitet und entsprechend wirksame Maßnahmen zur Heilung einleitet, der wird bald merken, dass alle bestehenden psychischen und körperlichen Symptome zusammenhängen. Eine Reduktion einzelner Symptome führt automatisch zu einer positiven Synergie. Ein simples Beispiel sind meine damaligen Schlafstörungen gewesen, die mich nachts manchmal nur 1-2 Stunden haben schlafen lassen. Wenn es mal lange war, dann schaffte ich bis zu vier Stunden am Stück zu schlafen. Natürlich führt dieser Zustand dann zu noch mehr Müdigkeit, Unruhe, Stresshormonen, damit zu Angst und wiederum im schlechtesten Fall zur Panik. Verspannungen sind dann selbstverständlich auch nicht fern und die förderten wiederum ebenfalls den Kloß im Hals, ebenso die Angst…

Wenn man konsequent und nachhaltig an sich arbeiten, dann reduzieren sich die Symptome nach und nach. Einige reduzieren sich schneller, die anderen brauchen länger und manche sind schon vor allen anderen vollständig verschwunden. Ein paar Mal tauchten auch wieder alte Symptome erneut auf. Akzeptiere es und horche ehrlich in Dich hinein, suche die Ursachen. Da wären wir aber wieder beim ersten Punkt angekommen. Die Beseitigung oder Änderung der Auslöser oder zumindest den Umgang damit, wenn diese absolut nicht vermeidbar sein sollten.

Wie lange hat die Heilung vom „globus hystericus“ gedauert?

Das Kloßgefühl begleitete mich mit Abstand am längsten. Es kam zum ersten Mal im Juni 2016 auf und steigerte sich bis Oktober 2016 immer weiter. Dann kam zusätzlich psychosomatisch bedingtes Asthma hinzu. Erst während der Therapie in einer Psychiatrie von Januar 2017 bis März 2017 trat es dann immer häufiger den Rückzug an, war aber noch ganz klar nahezu dauerpräsent. Dies Reduktion äußerte sich zunächst lediglich durch ein etwas reduziertes Kloßgefühl und manchmal das Ausbleiben über mehrere Stunden.

Auch nach der Therapie sollte es noch weiter bestehen bleiben. Es war immer noch recht stark und schwächte sich über etliche Monate in Wellen immer weiter ab. Es hielt diesen Zustand bis Ende Herbst 2017. Zu diesem Zeitpunkt verschwand dann auch mein psychisch bedingtes Asthma.

Ab Beginn des Jahres 2018 war es dann erstmals über sehr viele Tage verschwunden. Als Warnung tauchte es allerdings vor allem in stressigen und belastenden Situationen immer wieder mal auf. Es hielt auch dann manchmal mehrere Tage bis hin zu einer Woche an, war aber wiederum schwächer als in der Zeit davor.

Erst Ende 2018 wurde das Kloßgefühl im Hals dann richtig selten, selbst unter Stress tauchte es kaum noch auf. Im Verlauf des Jahres 2019 bis hin zum jetzigen Zeitpunkt kann ich es vielleicht noch auf ganz kurze und stark abgeschwächte Phasen und auf maximal 4-5 Tage im gesamten Halbjahr beziffern. Es ist also nun fast vollständig weg und wird auch ganz sicher wieder ganz verschwinden.

Insgesamt lag die vollständige Heilungsdauer für den Kloß im Hals somit in meinem Fall bei etwas über drei Jahren. Wobei die schlimmste Zeit wohl ganz klar in den ersten 9 Monaten nach dem erstmals spürbaren Stresskloß lag.

Fazit:

Auch wenn es zu Beginn schwerfallen mag oder sogar völlig abwegig klingt, akzeptiere den Kloß im Hals als das was er ist, eine freundliche Warnung Deines Körpers auf Deine Lebensumstände und Dein persönliches Verhalten, auf Deine Gedankengänge und Glaubenssätze sowie Deinen daraus resultierenden Umgang mit Stress und Problemen und vor allem mit Dir selbst.

Die Heilungsdauer des psychischen Kloßgefühls kann sehr lange dauern, oft werde ich von Menschen angesprochen, die nach nur drei bis vier Wochen vermelden, dass es noch nicht besser geworden ist. Ich kann die Ungeduld verstehen, die hatte ich zu Beginn in hohem Maße auch. Zudem quälte mich am Anfang ständig die Frage wie lang das Dauern mag. Das machte aber noch mehr Druck und ist absolut kontraproduktiv.

Wie soll das denn auch gehen, der Kloß ist nicht von heute auf morgen entstanden, sondern hat sich über Jahre angestaut. Altmodische Sprüche, die auch heute noch gelten und häufig genutzt werden, drücken zu Recht die eigentliche Problematik und Ursache für dieses Gefühl mit Sätzen wie: „Ich habe den Hals voll“ oder „Ich habe einen Kloß im Hals“, aus.

Das Symptom ist schließlich sehr bekannt und in Deutschland leiden wahrscheinlich hunderttausende Menschen darunter. Der psychische bedingte Hals-Kloß geht in den meisten Fällen auch wieder weg, wenn man etwas nachhaltiges dafür tut, intensiv an sich selbst arbeitet und dem Symptom sehr viel Zeit gibt. Nur um eine Zahl zu nennen, die Euch vielleicht zeigt, dass ihr mit dem Kloßgefühl im Hals nicht alleine seid. Allein im ersten Halbjahr 2019 wurde der oben verlinkte Beitrag auf meinem Blog alternativ-gesund-leben.de mehr als zehntausend Mal aufgerufen. Da sind die beiden Beiträge auf diesem Blog noch nicht mit dabei.



Auch höre ich immer wieder, dass manche Ärzte das Thema nicht wirklich ernst nehmen, vor allem nicht nach einer genauen körperlichen Untersuchung die ergebnislos verlief. Wenn sie nichts finden konnten, dann wird das Problem gar nicht so selten herunter geredet oder sogar als nichtig abgetan. Ein guter Tipp und meine persönliche Meinung hierzu: Wechselt in einem solchen Fall am besten schnellstmöglich den Arzt! Es gibt wirklich sehr gute, menschliche und kompetente Ärzte da draußen, die sich vor allem auch Zeit nehmen und neben dem materiellen Körper auch das Bewusstsein und die Psyche und somit den gesamten Menschen sehen.

Persönliche Empfehlung auf dieser Webseite:
Gerne kannst Du auch an meinem ausführlichen Burnout Test teilnehmen, selbstverständlich ist dieser kostenlos und ohne Angabe Deines Namens oder Deiner E-Mail Adresse nutzbar.

Zum Thema weiterführende Informationen und zusätzliche interessante Beiträge:



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Über Marco Eitelmann 33 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

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