Ist ein Burnout vollständig heilbar oder bleibt man danach immer in seiner Leistung im Vergleich zu vorher eingeschränkt?

Während und nach dem Burnout Vergleich es ist heilbar
Auf dem Foto bin ich links relativ nah am Tiefpunkt meines Bunrouts zu sehen und rechts gut drei Jahre danach. Burnout ist heilbar!
Wenn Dir dieser Beitrag gefällt, freue ich mich wenn Du ihn teilst...

Man hört oft davon, dass Menschen die einen Burnout erlebt hatten danach nicht mehr ihre volle Leistung im Vergleich zu vorher abrufen können. Auch steht für manche Betroffene eine Rückkehr in ihren alten Beruf nicht mehr zur Debatte. Wenn eine solche Rückkehr dennoch unter Zwang geschieht, dann wird sie nicht selten nach kurzer Zeit wieder durch einen Rückfall in Angstzustände, Depressionen oder anderen psychosomatischen Symptomen quittiert. Das Gleiche gilt auch für negative private Lebensumstände, welche zuvor bestanden haben. Ein Burnout ist heilbar, benötigt aber entsprechend viel und vor allem ausreichend Zeit!

Die meisten von einem Burnout geheilten Menschen, ändern sich selbst und ihre beruflichen und/oder privaten Umstände im Anschluss oder noch während ihrer Heilung teils drastisch. Es kann auch sein, dass sie einige der alten Einflüsse und Tätigkeiten ganz verlassen oder einstellen. Man ist danach nicht mehr der unbewusste und funktionierende Mensch der man vorher war und das ist gut so! Sollte man die vollständige Heilung von einem Burnout daran festmachen, ob man nun wieder voll „funktionsfähig“ in sein altes Leben zurückkehren kann oder muss? Gerade dieses vorherige Leben mit seinen selbst gewählten Lebensumständen hat doch gerade erst zu einem Burnout geführt. Das „funktionieren müssen“ ist der beste Weg ins nächste Burnout!


Ein Burnout ist vollständig heilbar, aber Vieles wird sich danach ändern…

Wenn Dich z.B. Dein Beruf, eine Partnerschaft oder auch Deine persönlichen Verhaltensmuster in einen Burnout geführt haben, dann wäre es aus meiner Sicht alles andere als eine vollständige Heilung, wenn Du genau wieder das machst, im schlechtesten Fall sogar mit derselben Funktion und Leistung erfüllst, wie Du es vor dem Burnout getan hast. Wenn eine Person z.B. in einem Arbeitsumfeld, das extrem von negativem Stress überladen war wieder eingegliedert werden will, um dann langfristig weiter seine Funktion unter Zwang zu erfüllen und das obwohl es diesem Menschen absolut nicht gut tut, dann ist dieser Mensch aus meiner Perspektive alles andere als geheilt. Gelernt hat er daraus nicht, geschweige denn wohl eine echte Heilung erfahren.

Genauso sieht es aus, wenn das Burnout durch falsche Verhaltensweisen hervorgerufen wurde. Hat man z.B. sich selbst viel zu viel aufgeladen, sich immer wieder gezwungen noch mehr zu verdienen, noch einen Karriereschritt zu machen, noch ein Studium, noch mehr Abhängigkeiten und finanzielle Verpflichtungen aufzunehmen, dann wird sich dies nach einer Heilung auch nicht wiederholen. Wenn Du genau dieselben Verhaltensweisen wieder aufnimmst, die Du vorher hattest, dann ist das nächste Burnout und die nächste psychische Krise nicht weit.

Man ist nach einer Heilung nicht mehr exakt so wie man vorher war und das ist auch gut so! Du bist aber noch Du selbst und wahrscheinlich achtsamer und mehr bei Dir als zuvor. Ein Burnout ist kein Untergang, sondern die Chance auf einen wunderbaren Neustart!

Nach einem geheilten Burnout ist nicht mehr alles wie es vorher war und das ist auch gut so!

Stell Dir vor, alles in Deinem Leben wäre exakt wieder wie vor Deinem Burnout. Wenn Du gerade am Beginn einer solchen Situation bist oder mitten drinsteckst, dann wünschst Du Dir das vielleicht noch. Bei mir war das am Anfang nicht anders. „Wäre doch alles nur wie zuvor“ oder „Wäre ich selbst bloß wieder wie vorher“.

Dies ist aber ein komplett falscher Ansatz und hindert Dich an der Heilung. Es muss praktisch im Kopf den Klick machen oder der großen Schalter umgelegt werden,das man sich eingestehen kann, dass genau das vorherige Leben zum jetzigen Zustand geführt hat.

Es ist somit absolut nicht erstrebenswert, dass alles so wird wie es vorher war, ganz im Gegenteil. Man sollte diese Erkenntnis für komplett neue Wege und Herangehensweisen im Leben nutzen. Bei mir hat das Burnout damals einiges auf den Kopf gestellt und in seinem Verlauf und vor allem danach mein Leben grundlegend verändert. Es hat nicht nur mich und meine Persönlichkeit positiv verändert.

Diese Veränderungen können sich zunächst sehr hart anfühlen und es können ebenso Schwierigkeiten mit der Akzeptanz dieser neuen Gegebenheiten bestehen. Die Heilung eines Burnouts ist nicht nur dann abgeschlossen, wenn die psychischen und psychosomatischen Symptome größtenteils verschwunden oder drastisch reduziert sind, sondern wenn sich ein grundlegender Bewusstseinswandel eingestellt hat.

Ist es nicht völlig egal, wenn z.B. ein Informatiker der zuvor täglich 10-12 Stunden in einem negativen Umfeld unter Druck gearbeitet hat nach seinem Burnout dies nicht mehr „schafft“ und so nicht mehr „funktioniert“? Das hat nichts damit zu tun, dass er nun nicht mehr leistungsfähig ist. Er hat gelernt nicht mehr so einen Raubbau an sich selbst zu betreiben. Vielleicht arbeitet er danach nur noch seine 8 Stunden bei einem anderen Arbeitgeber, lässt sich versetzen oder macht einen Teilzeitjob. Es kann auch sein, dass er sich mit einem Nebengewerbe, an dem er viel Freude und Leidenschaft hat, in einer völlig anderen Branche selbständig macht. Das ist gut so, diese Person ist wirklich geheilt und hat gelernt. Sie ist jedoch alles andere als nicht mehr leistungsfähig!


In manchen schweren Fällen oder auch durch die eigene Bewusstseinsentwicklung erkennen einige Betroffene, dass der vorherige Job oder die Partnerschaft absolut nicht das Richtige war. Hat es dann etwas mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit zu tun, wenn man nicht mehr zurückkehren kann oder will? Nein ganz sicher nicht, im Gegenteil, es hat etwas mit Erkenntnis und einem gesünderen Umgang mit sich selbst zu tun. Vor allem aber ist endlich der negative Zustand des reinen „Funktionierens“ abgestellt worden.

Oft kommt es nach einem erfolgreich geheilten Burnout zu anderweitigen Leistungsschüben und vielen positiven Lebensveränderungen

Wer ein Burnout überwunden hat und die alten Gewohnheiten, Umgebungen und Verhaltensmuster ändert oder verlässt, der hat gute Chancen auf eine wirklich positive Entwicklung im Leben. Er kann über positiven Stress sogar noch leistungsfähiger als vorher werden und das nachhaltig, ohne sich selbst damit erneut zu schaden. Auch die Lebensfreude und Achtsamkeit im Alltag kann sich deutlich erhöhen, ebenso der gesunde und positive Umgang mit sich selbst und auch seinen Mitmenschen. Das kann sich vielseitig äußern:

  • Es wird ein Beruf aus einer völlig anderen Branche gewählt, der einem so richtig viel Spaß macht
  • Der zuvor negative und verhasste Arbeitsplatz wird gekündigt und in einem anderen Unternehmen ein Neuanfang gestartet und wieder Spaß am Beruf empfunden
  • Der Freundeskreis wurde endlich ausgemistet und Personen die einen runtergezogen oder schlecht gemacht haben werden nun verlassen oder möglichst gemieden
  • Der Partner/in der einen schlecht behandelt hat wurde Verlassen oder man hat sich ausgesprochen und die Beziehung blüht neu auf
  • Man hat sich Selbständig gemacht und lebt in seinem Traumberuf
  • Man hat einfach alles losgelassen und bereist die Welt, sucht nach einem Neuanfang
  • Man hat eine ungeliebte Karriere oder eine gescheiterte Selbständigkeit endlich beendet, vielleicht auch eine weitere Überschuldung die geschäftlich oder privat einhergehen kann und sitzt nun in der Privatinsolvenz. Da klingt schlimmer als es ist. Was ist einem denn lieber, nochmal 30 Jahre so weiterleben, oder nach 7 Jahren endlich von allen Verpflichtungen befreit zu sein und einen Neuanfang zu starten?

Das sind nur einige Dinge die sich positiv verändern können oder die Chance auf einen grundlegenden und nachhaltigen Wandel bieten. Es gibt aber sicherlich noch unzählige Weitere.

Burnout als Chance auf ein besseres Leben – Meine eigenen Erfahrungen nach der Heilung

Als ich damals zu Beginn meines Burnouts stand, dauerte es noch Monate bis zum totalen Zusammenbruch und bis ich mir endlich eingestehen konnte, dass wohl ab jetzt kaum noch etwas so sein wird wie es vorher war. Selbst kurz vor dem absoluten Tiefpunkt dachte ich noch mit Sätzen: „hoffentlich wird es wieder so wie es war…“ an die Zeit davor.

Bevor man sich nicht eingestehen kann und akzeptiert, dass es eben ganz sicher nicht exakt so wie vorher sein kann und auch auf keinen Fall sein sollte, ist man aus meiner Sicht noch nicht auf dem nachhaltigen Weg zur Heilung von seinem Burnout.

Warum werden denn so viele Menschen rückfällig, was Burnout, Depressionen, Angst und Panikattacken und die vielen anderen psychischen und psychosomatischen Symptome angeht? Weil sie sich oft zwanghaft immer wieder den gleichen üblen Voraussetzungen und Verhaltensweisen unterwerfen die erst dazu geführt haben.

Erst als ich an dem Punkt war, an dem mein Körper und mein psychischer Zustand in eine schwere Krise und Depression verfiel, sollte mir das Ganze so richtig klar werden. – „Es soll nicht werden wie früher und das wird es auch nicht mehr…“

Zwischendurch ertappte ich mich beim Heilungsvorgang immer wieder bei den alten Gedankengängen. „Setz noch einen Punkt mehr auf Deine To Do Liste“, „Komm, das musst Du noch machen“, „Früher ging das doch auch“ oder „Nur noch die Punkte nach Feierabend…“ Es ist äußerst interessant, wenn man irgendwann die Beobachterrolle über seine Gedanken einnimmt und sieht zu was dieser Automatismus, dieses „funktionieren müssen“ führen kann. Welche Glaubenssätze vorherrschen und welche Standardabläufe von einem selbst über die Jahre gelernt und als normal akzeptiert wurden.

Sehr gut bei der Einnahme der Beobachterrolle hilft die Meditation, die zugleich mit eine der besten Maßnahmen für die Heilung von meinem Burnout und vielen weiteren psychischen Folgesymptomen war.

Fazit:



Ein Burnout ist definitiv heilbar! Man kann so viel daraus lernen und damit einen sehr großen, positiven Sprung in seiner Bewusstseinsentwicklung machen. Alles so wie es vorher war, wird es bestimmt nicht mehr, zumindest wenn man wirklich Heilung erfahren hat. Wenn es doch so sein sollte oder sehr ähnlich ist, dann hat man offensichtlich zu wenig über das „Funktionieren“, die Automatismen und Gedankengänge gelernt oder hängt noch an alte Glaubensätzen fest. Einer der schlimmsten Glaubenssätze ist dabei: „Ich muss aber“ gefolgt von dem Wort „eigentlich“.

Persönliche Empfehlung auf dieser Webseite:
Gerne kannst Du auch an meinem ausführlichen Burnout Test teilnehmen, selbstverständlich ist dieser kostenlos und ohne Angabe Deines Namens oder Deiner E-Mail Adresse nutzbar.

Zum Thema weiterführende Informationen und zusätzliche interessante Beiträge:



Wenn Dir dieser Beitrag gefällt, freue ich mich wenn Du ihn teilst...
Über Marco Eitelmann 33 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*