Ist eine Depression heilbar? – Meine eigenen Erfahrungen

Depressionen sind häufig heilbar
Die Heilung einer Depression benötigt viel Zeit und nicht nur eine einzelne Maßnahme oder nur ein paar kleine Veränderungen im Leben...
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Leider hört man immer noch viel zu häufig, dass Depressionen nicht heilbar seien. Auch Sätze, dass man zudem unbedingt Antidepressiva benötigt, um wieder gesund zu werden oder lebensfähig zu bleiben, findet man immer wieder. Ich will mit diesem Beitrag auch auf keinen Fall jemanden seine Medikamente ausreden. Bis auf wenige tatsächliche Behinderungen des Stoffwechsels oder sonstige schwere körperliche Erkrankungen sind Depressionen auf jeden Fall häufig heilbar, oft auch ohne synthetische Psychopharmaka, mit all ihren teils sehr kritischen Nebenwirkungen!

Dies kann ich nach meiner damaligen, schweren Depression aus eigener Erfahrung berichten. Zudem habe ich die Heilung von Depressionen auch persönlich von einigen ehemals Betroffen über deren Heilungsweg praktisch live mitbekommen. Wer heutzutage noch sagt, dass Depressionen generell unheilbar wären, der hat entweder keine Ahnung oder er lügt bewusst.



Wann hatte ich Depressionen und was waren meine Erfahrungen damit?

Zum ersten Mal in meinem Leben, als ich mir wirklich eingestehen sollte, dass ich Depressionen hatte war im Sommer Jahr 2016. Die Depressionen kamen nur einen Monat nach Ausbruch meines damaligen Burnouts. Begleitet wurden sie von vielen psychosomatischen Symptomen, insbesondere auch Schlafstörungen und Angst und Panikattacken.

Meine ärztlichen Diagnosen über diese Zeit waren bezüglich Depressionen sehr unterschiedlich. Von einer schweren Depression, die mir eine Neurologin nach nur 5 Minuten diagnostizierte und direkt mit Antidepressiva behandeln wollte, bis hin zu einer mittelgradigen Depression war alles dabei. Persönlich würde ich es sagen, dass es eine letztendlich über Monate dauernde schwankende Depression zwischen einem mittleren und schweren Grad war.

Synthetische Medikamente kamen für mich zur Behandlung überhaupt nicht in Frage. Was sollten die auch bitte an der Ursache der Depression lösen? Wenn die Ursachen und Probleme noch da sind, wie soll dann eine Depression langfrsitig verschwinden? Als die Ärztin, bei der ich als erstes war (Fachbereich Neurologie und Psychiatrie) dann auch noch den Spruch abließ, dass dies einfach heute ein häufiger Zustand von jungen Menschen ist und ich ohne Bedenken Medikamente bekommen und auch nehmen kann, war für mich der Zug durch.

Motto: „Friss Pillen, dann passt das schon“…. Ich wechselte schleunigst den Arzt und fand einen wirklich guten Doktor, der sich nicht nur viel mehr Zeit für mich nahm, sondern auch die klaren Vorteile einer reinen Psychotherapie propagierte. Natürlich machte ich mich zusätzlich durch intensive Recherche im Internet schlau. Das rettete mir gerade vor den Mitteln, die mir verabreicht werden sollten förmlich den Hintern. Wäre ich nach dem erst besten Arzt nach Hause gegangen, dann hätte ich ein Antidepressiva und ein Schlafmittel bekommen sowie zusätzlich einen Protonenpumpenhemmer gegen mein damaliges heftiges Sodbrennen.

Eine Depression ist nicht einfach nur eine „schlechte Laune“ oder eine „kurze negative Phase“ wie es oft von Außenstehenden gesehen wird. Es ist ein sehr ernstzunehmender psychischer Zustand, mit dem leider nicht immer adäquat umgegangen wird. Ich hatte zu Beginn ein 5-10 Minuten Gespräch bekommen, das Pillenangebot inklusive Rezept der Ärztin folgte daraufhin ganz schnell und danach bekam ich noch ein schönes Zettelchen eines Pharmaherstellers mit Hinweisen zur Krankheit, ebenfalls von der Ärztin in die Hand gedrückt. Auf dem Zettel stand ungefähr der Spruch: „Depressionen sind mithilfe von Medikamenten und unterstützender Psychotherapie gut behandelbar“. Unten in der Ecke ein fettes Logo einer bekannten Firma. Auf dem Zettel der Ärztin stand dann wiederum: „Patient wurde mündlich und schriftlich über das Thema Depressionen aufgeklärt“.

Ich wurde also aufgeklärt? In 5-10 Minuten Gespräch und einem Zettel eines Pharmaherstellers mit natürlich absolut neutraler Meinung zum Thema Depressionen? Ich warf den Zettel zu Hause nach kurzer Zeit in den Müll und besuchte diese Ärztin kein weiteres Mal. Mir ging es nach dem Besuch miserabel, schlechter als zuvor. Das Psychopharmaka Rezept behielt ich noch etwas, ehe es auch im Müll landete, ich war damals einfach sehr verzweifelt und einmal sogar kurz davor in die Apotheke zu gehen und tatsächlich etwas zu nehmen.

Die eigenen stundenlangen, täglichen Recherchen im Netz, über viele Monate hinweg, haben mich unabhängig und wesentlich besser informiert! Aus persönlicher Sicht kann ich nur jedem Betroffenen empfehlen, sich selbst zu informieren und sich Zeit zu nehmen einen wirklich guten Facharzt oder zu Beginn auch Allgemeinmediziner des Vertrauens zu suchen. Vor allem einen Mediziner, der sich viel Zeit nimmt und nicht direkt nach fünf Minuten mit irgendwelchen nebenwirkungsreichen Medikamenten anfängt.

Im weiteren Verlauf hatte ich zwei verschieden Ärzte. Beiden waren sehr freundlich, nahmen sich viel Zeit und untersuchten mich ausführlich. Einer der beiden Ärzte schrieb mich auch direkt krank und befürwortete mein Wunsch in eine psychiatrische Klinik mit Schwerpunkt Hypnose zu gehen. Der andere Arzt macht sehr ausführliche Bluttests. Vitamin D, Magnesium, Kupfer, Selen und andere wichtige Vitalstoffe wurden daraufhin von mir supplementiert. Vitamin D, die B-Vitamine und Magnesium haben mir dabei wohl subjektiv betrachtet am meisten geholfen. Gerade bei Vitamin D können die psychischen Auswirkungen oft sehr groß sein und ein Mangelzustand in der Bevölkerung ist keine Ausnahme, sondern eher der Standard.

Wer mehr zu meinem gesamten Burnout Verlauf wissen möchte, dem kann ich auch diesen Artikel empfehlen, da hier eine Fortführung sonst zu ausführlich werden würde.

Wie habe ich meine Depression geheilt?

Die Heilung der Depressionen ging über viele Monate – die des Burnouts über zwei Jahre – und bestand nicht einfach aus einer ultimativen Maßnahme oder irgendwelchen einzelnen Nahrungsergänzen, die teils als Wundermittel im Netz angepriesen werden. Bei solchen Versprechungen würde ich direkt die Finger davon lassen. Kauft lieber nach einer genauen Blutanalyse durch einen Arzt, zusatzstofffreie und kontrollierte Nahrungsergänzungsmittel, die ihr dann sinnvoll gegen bestehende Mängel in Absprache und unter regelmäßigen Nachkontrollen nehmen könnt. Alles andere macht keinen Sinn. Auch Seminare oder Trainer, neudeutsch „Coaches“, die Euch die Heilung von Depressionen und Burnout in nur wenigen Wochen oder gar nur Tagen anpreisen, sind aus meiner Sicht äußerst fragwürdig.

Ich habe meine Depressionen und auch mein Burnout mit einer Kombination aus vielen individuellen Maßnahmen geheilt:

  • Mit Weiterbildung und eigener Recherche zu diesem Thema. Setzt dabei bitte auf seriöse Seiten und haltet Euch von irgendwelchen Coaches und Seminaren, die eine Heilung in nur wenigen Tagen versprechen sowie esoterischen Seiten besser fern.
  • Mit einer massiven Reduktion von Stress. Eine Depression und ein ausgewachsenes Burnout brauchen Zeit. Unter sechs Monate Heilungsprozess halte ich persönlich für absolut nicht ausreichend. Ich war damals 10 Monate krank geschrieben und auch danach ging der Heilungsprozess noch weiter. Es war allerdings auch extrem wichtig für die Heilung, sich unverzüglich und so weit es ging aus dem negativen Stress herauszunehmen.
  • Mit zu Beginn häufiger, später und auch heute noch täglicher Meditation.
  • Geht so häufig es möglich ist in die Natur, am besten in den Wald.
  • Macht leichte Bewegung und moderaten Sport, auch Entspannungsübungen wie Yoga, Thai Chi oder Qi Gong können unterstützend helfen.
  • Die Einnahme von spezifischen Nahrungsergänzungsmitteln… Zu Beginn waren es bei mir gut ein Dutzend. Schaut genau darauf, dass diese für Euch auch wirklich sinnvoll sind und ihr über einen entsprechenden Bluttest einen tatsächlichen Mangel nachgewiesen bekommen habt. Heute nehme ich bis auf Magnesium, in Reinform oder über Sango Koralle, Vitamin D, ab und zu einem B Komplex sowie natürliches Vitamin C aus Fruchtpulvern nichts mehr Zusätzliches ein.
  • Sortiere deinen Freunde- und Bekanntenkreis aus, gebe Dich möglichst nicht mehr mit dauerhaft negativen Menschen ab, bei denen keine Änderungen in absehbarer Zeit zu erwarten sind. Das betrifft insbesondere auch Deine Social-Media-Aktivitäten, falls dies auf Dich zutreffen sollte. Suche Dir Freunde und Bekannte die Dich hochziehen, nicht runter.
  • Suche Dir neue Hobbys, fange z.B. an zu Malen oder zu Zeichnen. Selbst das Trommeln und Tanzen oder auch andere künstlerische Tätigkeiten können Dir möglicherweise helfen.
  • Geh in eine gute Psychiatrie, nehme Dir auch bei Bedarf vorher und danach ambulante Hilfe durch einen guten Psychotherapeuten in Anspruch. Ich habe beides genutzt und vor allem der neunwöchige Klink Aufenthalt hat mich sehr viel weitergebracht. Für das Wissen, das ich in der Klinik lernen durfte bin ich sehr dankbar. Ich kann auch heute noch immer wieder positiv darauf zurückgreifen.
  • Ich habe zudem meine Ernährung deutlich umgestellt, um es kurz zu machen, ganz klar in Richtung einer gesunden und vollwertigen Ernährungsweise. Alles was Du isst, wird auch ein Teil Deines Körpers. Ernähre Dich also gesund, wenn Du gesund sein willst bzw. es wieder werden möchtest.

Du siehst, es war nicht eine einzelne Maßnahme, die mir bei der Heilung geholfen hat. Du selbst bestimmst Deine individuelle Geschwindigkeit und Deine persönlichen Maßnahmen, was dann zu einem ebenso individuellen Heilungsprozess führt. Den Weg zur Heilung musst Du aber selbst gehen. Psychiatrien, Therapeuten, Nahrungsergänzungen, Wissensquellen, Ärzte und in manchen Fällen die Unterstützung von Medikamenten allein können Dich nicht heilen. Wenn du bei der Therapie nicht mitmachst und täglich nachhaltig an Dir selbst arbeitest, dann ist ein erfolgreicher Heilungsprozess nur schwer bis gar nicht möglich. Es kommt also maßgeblich auf Dich und Deine Einstellung dazu an!

Sind die Auslöser für Depressionen nur reine Probleme des Hirnstoffwechsels und der Hormonproduktion? – Meine Meinung und Sichtweise

Von seltenen körperlichen Erkrankungen oder Behinderungen einmal abgesehen, sind die meisten Depressionen aus meiner Sicht ganz und gar nicht einfach nur ein Problem des Hormonhaushalts im Gehirn. Natürlich sollte man sich zuvor genau von einem guten Facharzt nach weiteren körperlichen Möglichkeiten diesbezüglich untersuchen lassen, insbesondere auch ganz andere Organe, wie z.B. die Schilddrüse können bei Depressionen ganz deutlichen Einfluss nehmen. Was ist jedoch vor der Hormonveränderung oder direkten Ausschüttung der Botenstoffe im Gehirn zuerst dagewesen, bevor es zu einer solchen Reaktion im Gehirn überhaupt kommt? Der Gedanke, der Glaubenssatz oder die unbewusste Regung auf einen äußeren Einfluss?

Es ging zunächst ein Impuls vom Bewusstsein voraus, dann folgte die Chemie im Gehirn. Ist ein Betroffener ständig nur von negativen Glaubenssätzen, Gedanken, Verhaltensweisen und negativen Umfeldern sowie negativem Stress umgeben, dann ist es doch ganz normal, dass das Gehirn dann nicht mehr eine normale Produktion an Glückshormonen aufrechterhalten wird, sondern das genaue Gegenteil ausgeschüttet -> Stresshormone.

Der Mensch ist wie jedes Lebewesen nicht einfach nur eine chemisch-biologische Maschine, in die man einfach ein paar Medikamente hineinkippt und alles wird wieder gut.

Das menschliche Bewusstsein ist derart komplex, dass es selbst heutzutage mit all der Technologie die zur Verfügung steht noch kein Wissenschaftlicher auch nur ansatzweise nachvollziehen oder gar erklären kann. In den neun Wochen Klinikaufenthalt konnte ich so viel zusätzliches Wissen erfahren. Auch konnte ich die Therapieauswirkungen bei mir und bei meinen Mitpatienten sehen. Allein was z.B. Hypnose alles Positives bewirken kann ist enorm, das gilt auch für Meditation und andere Möglichkeiten die ohne jeglichen zusätzlichen pharmakologischen Einfluss ausgezeichnet wirken können. Auch bekam ich mit, wie Menschen die jahrelang fast nur Psychopharmaka eingenommen hatten endlich Besserung erfahren konnten. Es gab zudem einige erstaunliche Phänomene und Erkenntnisse die ich sammeln durfte. Diese würden den Beitrag aber völlig sprengen und sind zudem sehr persönlich.



Fazit:

Meine gewonnene Sichtweise und mein Wissensstand sagen mir ganz klar, dass die Hormone, das Serotonin, das Dopamin und der gesamte Körper- sowie Hirnstoffwechsel den Gedanken folgt und nicht umgekehrt. Das kann man nun wissenschaftlich und schulmedizinisch anders sehen, aber es ist meine persönliche Meinung und subjektive Erfahrung. Die Gedanken und die äußeren Einflüsse sowie der Umgang mit diesen führen zur Dysbalance im Stoffwechsel und Hormonhaushalt des Gehirns. Abgesehen von tatsächlichen körperlichen Krankheiten oder Behinderungen ist dies aus meiner Sicht nicht umgekehrt der Fall.

Wenn Du natürlich zu lange Zeit einem sehr negativen Umfeld ausgesetzt warst, Deine Glaubenssätze und Gedanken ebenso permanent ins Negative schlagen, dann ist ein übler und ungesunder Kreislauf entstanden. Dein Gehirn arbeitet so praktisch im Depressionsmodus und Deine Hormone sind dadurch aus der Balance geraten. Suche Dir daher professionelle Hilfe. Lass Dir auf dem Weg zur Heilung einer Depression und auch allen anderen psychischen Problemen fachkundige Unterstützung zukommen. Lass Dir vor allem aber genug Zeit mit der Arzt-, Klinik- und Therapeutensuche! Das kann dauern und auch schwierig sein, aber es ist ein essentieller Schritt und mitunter eine der wichtigsten Grundlagen zur Heilung! Wenn Dir eine Person überhaupt nicht zusagen sollte oder Dir kaum Zeit gegeben wird, dann zögere nicht zu wechseln. Es geht schließlich um Dich und Deine Gesundheit.

Persönliche Empfehlung auf dieser Webseite:
Gerne kannst Du auch an meinem ausführlichen Burnout Test teilnehmen, selbstverständlich ist dieser kostenlos und ohne Angabe Deines Namens oder Deiner E-Mail Adresse nutzbar.

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Über Marco Eitelmann 31 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

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