Panikattacken – Die Eskalation der Angst und ihre Symptome

Enge Räume mit flachen Decken oder überfüllte Kaufhäuser sowie von dicht gedrängten Menschenmassen besuchte Plätze, können selbst wenn sie keine akute Gefahr darstellen bei einigen Personen zu Ängsten bis hin zu Panikattacken führen. Platzangst auch unter dem Namen „Agoraphobie“ bekannt ist weit verbreitet, aber nur eine von sehr vielen möglichen Auslösern eines akuten Panikzustands.
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Es gibt aus meinen eigenen Erfahrungen heraus definitiv einen Unterschied zwischen Angstzuständen und Panikattacken. In diesem Beitrag bin ich bereits wesentlich näher auf dieses Thema eingegangen. In diesem Artikel soll es jedoch rein um die aus meiner Sicht größte Eskalationsstufe einer Angststörung gehen – die Panikattacke – welche sich mit etlichen Symptomen bemerkbar machen kann und das Leben der von Ängsten betroffenen Menschen wohl mit am stärksten negativ beeinflusst.

Auch ich durfte mit diesen Panikzuständen damals mehrfach Bekanntschaft machen, bis sie mich letztendlich zu einem Lebenswandel förmlich zwangen. Im Nachhinein betrachtet waren sie ein Geschenk. Hätte mir das damals zu Beginn jemand gesagt, dann hätte ich ihn wohl für verrückt gehalten. Panikattacken sind eine heftige Qual, aber sie lehren dabei auch etwas…


Wie entstehen echte Panikzustände?

Panikattacken und ähnliche Zustände entstehen dann, wenn man in einer völlig ausweglosen Situation ist oder diese zumeist für einen selbst als völlig ausweglos erscheint, was sie im Grunde aber gar nicht unbedingt sein muss.

Beispiele dazu:

Tatsächlich „ausweglose“ Situationen mit logischer Panikreaktion

  1. Du bist im Wald und ein Hund mit Schaum und Blut vor dem Mund steht Dir gegenüber. Keine Leine oder ein Besitzer in Sicht, er knurrt Dich böse an und fängt danach an auf dich zuzurennen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten… Du hast Angst, bist aber auf diese Situation vorbereitet. Oder Du verfällst wie 95 % aller Menschen wohl in totale Panik, handelst völlig unbewusst und im Affekt. Du versuchst zu entkommen und wenn er an Deinem Bein hängt noch irgendwie zu kämpfen. Panik völlig nachvollziehbar….
  2. Du bist im Urlaub tauchen und bei 20 Metern Tiefe merkst Du wie Deine Flasche nicht mehr genug Sauerstoff abgibt und Wasser langsam eindringt. Entweder Du bist vorbereitet, hast zwar Angst, tauchst langsam auf oder Du gerätst in totale Panik und schwimmst wie wild nach oben oder wirst ohnmächtig. Panik ebenfalls nachvollziehbar….

Es folgen Panikstörungen, die ein nicht Betroffener jedoch oft schwer nachvollziehen kann, die aber sehr häufig in unserer Gesellschaft vorkommen

Jetzt zur eigentlichen großen Masse der Panikstörungen, die letztendlich zu den Panikattacken bei den Betroffenen führen. Diese sind für Außenstehende teils überhaupt nicht oder nur wenig nachvollziehbar. Da sie zu überwiegenden Teilen mit den oben genannten von der Panikreaktion her logischen Beispielen nichts gemein haben und daher größtenteils als völlig unbegründet erscheinen mögen. Diese Paniken werden aus sich immer weiter steigernder Angst geboren, die irgendwann unkontrollierbar wird. Auch hierzu zwei einfache Beispiele, dass Zweite davon ist aus meiner persönlichen Geschichte zu diesem Thema und wurde im separaten Beitrag zum Thema Angstzustände auch nochmals etwas genauer erklärt.

  1. Du leidest an Platzangst und meidest große Menschenansammlungen oder enge dunkle Räume. Dir wird zwar Nichts passieren, wenn Du einen solchen Raum betrittst, auch ist Dein Leben grundlegend nicht akut gefährdet, wenn Du Dich in ein Konzert in einem überfüllten Stadion einfindest, doch Du verbindest das allein schon beim Gedanken mit einer furchtbaren Angst. Wenn Du nun gezwungen wirst z.B. durch ein Geschäftstreffen dich einer solchen Situation auszusetzen, wie bei einem Meeting mit 30 Mann in einem viel zu kleinem, unbelüfteten Raum, dann kann diese Angst in unkontrollierte Panik umschlagen. Teilweise auch von Jetzt auf Gleich, selbst wenn Du gerade eben zuvor nur davon erfahren hast, dass Dir dieses Meeting jetzt kurzfristig bevorsteht. Für einen Außenstehenden ist das unbegreiflich, dieser würde eher Platzangst und Panik bekommen, wenn er in einem engen Fahrstuhl festsitzt oder spätestens, wenn er in einem Bergwerk verschüttet wird. In diesem Fall geschilderten Fall ist jedoch keine echte Bedrohung vorhanden, die Gedanken des Menschen erschaffen die Bedrohung. Die Psyche reagiert darauf und der Körper erst recht.
  2. Mein eigenes Beispiel… Ich hatte mehr als 15 Jahre mit dem in der Gesellschaft mittlerweile weit verbreiteten Reizdarmsyndrom zu kämpfen. Darmkrämpfe und Durchfall sind beides Dinge die natürlich niemand auch nur ansatzweise gerne möchte. Bei mir war es am Ende so schlimm, dass ich weder Konzerte, noch einen langen Flug in den Urlaub, eine Bahnfahrt, selbst einen Spaziergang oder ein Picknick mehr genießen konnte. Der Grund war immer der Gedanke „Ist da eine Toilette?“ Allein der Gedanke daran das dort keine sein könnte löste schon vorher Symptome aus. Ich rannte mehrfach vor dem Weggehen auf die Toilette und hatte dann auch Durchfall und Schmerzen. Die ganze Zeit über verbrachte ich mehrere Stunden, einmal sogar über 20 Stunden bei einer Rückreise mit quälenden Schmerzen, Angst und Panik. Es gab dazu keinen Grund der logisch war. Meine Gedanken machte daraus aber die psychische und körperliche Reaktion bis hin zur Panikattacke in den denkbar ungünstigsten Situationen. Ein Elend, das ein Außenstehender eher nachvollziehen könnte, wenn dieser mit einer plötzlich auftretenden schweren Durchfallattacke auf der Autobahn in einen 10 Kilometerstau fährt.

Welche Symptome können Panikattacken haben?

Das Symptomspektrum bei Panikattacken ist riesig. In der Regel treten aber viele sehr klassische psychosomatische Reaktionen auf, wie z.B.

  • Zittern
  • Schweißausbrüche
  • Erhöhter Puls durch die Panikattacken (sehr häufig, kann dieser auch stark schwanken oder abfallen)
  • Erhöhter Blutdruck (Starke Schwankungen)
  • Luftnot
  • Innere Unruhe, inneres Beben
  • Druck auf der Brust
  • Kloßgefühl im Hals
  • Hektischer sowie flacher Atem
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Schwindel
  • Fremdgefühle vor allem im Gesicht
  • Kältegefühl mit tatsächlicher Kälte am Körper (eiskalte Hände, Schweiß in den Handflächen)
  • Hitzewallungen
  • Spannungs- und Verspannungsschmerzen, Harter Hals- Nacken- und Kopfbereich
  • Taube oder kribbelnde Gliedmaßen, meist in den Händen, Fingern, Füßen und Zehen
  • Plötzliches Weinen bis hin zu Heulkrämpfen
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Angst wahnsinnig oder im Volksmund „verrückt“ zu werden
  • Schreien oder den Drang danach
  • Derealisation und Depersonalisierung in schweren Fällen
  • Angst zu sterben

Einige der oben beschrieben Symptome können auch körperliche Ursachen haben, insbesondere bei Herzproblemen, Druck auf- oder in der Brust sowie Luftnot, sollte unbedingt ein Notarzt alarmiert werden! Bei jeglichen der obigen aufgezählten Symptomatiken gilt es ohnehin schnellstmöglich einen guten Facharzt zu konsultieren!



Fazit und meine Meinung zu Medikamenten gegen Panikattacken:

Natürlich gibt es wie für fast alle psychischen Erkrankungen auch Medikamente zur Behandlung von Panikstörungen und die gängigen Angsterkrankungen. Ich habe diese Medikamente jedoch alle abgelehnt. Sie haben zum einen teils sehr schwere Nebenwirkungen auf ihren Verpackungsbeilagen ausgewiesen und können teils auch schnell zur Abhängigkeit führen, zum anderen sind sie auch nicht für den dauerhaften Gebrauch vorgesehen.

Häufig kommen hier Kombinationen aus Antidepressiva und in schweren Fällen auch Benzodiazepine zum Einsatz. Diese reduzieren zwar die Symptome, schaffen jedoch sowohl aus meiner Sicht als auch aus der Erfahrung vieler Mitpatienten mit denen ich gesprochen habe keine Lösungen. Ich habe damals auf natürliche Mittel wie hochdosierten Baldrian, Johanniskraut und einige sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel gesetzt, die mir unterstützend sehr gut geholfen haben. Ob ihr Medikamente diesbezüglich nehmt, müsst ganz allein ihr zusammen mit Eurem Arzt entscheiden. Für mich war es jedoch keine Option und ich entschied mich für eigene Maßnahmen sowie einen Psychiatrieaufenthalt und sehr viel Arbeit an mir selbst, insbesondere der Aufarbeitung der Ursachen meiner damaligen Panikattacken.

Persönliche Empfehlung auf dieser Webseite:
Gerne kannst Du auch an meinem ausführlichen Burnout Test teilnehmen, selbstverständlich ist dieser kostenlos und ohne Angabe Deines Namens oder Deiner E-Mail Adresse nutzbar.

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Über Marco Eitelmann 32 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

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