Schlafprobleme und Schlafstörungen sind oft die ersten Anzeichen für ein Burnout

Starke Schlafstörungen sind sehr oft typische Symptome und Begleiter bei einem Burnout. Hast Du Dich die ganze Nacht wieder im Bett gewälzt, bist nicht eingeschlafen oder trotz langer Schlafenszeit morgens total erledigt? Das können bereits erste Anzeichen für ein Burnout sein. Schreitet dieser Zustand fort, dann kann es auch zu zusätzlichen und stärkeren Symptomen kommen mit Schweißausbrüchen und nur noch minimalen Schlafzeiten von 2-3 Stunden sowie Zittern und Unruhe, allen voran in den Beinen (Restless Legs). Zudem kann es auch zu starkem Herzklopfen bis hin zu Herzrhythmusstörungen führen, insbesondere wenn Angst- und Panikzustände vorherrschen.
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Bereits etliche Monate bevor mein Burnout Tiefpunkt erreicht wurde und alles damals seinen Lauf nahm, hatte ich bereits Schlafprobleme. Job bedingt waren meine Arbeitszeiten schon sehr unterschiedlich, so auch meine Schichten, die ständig unter der Woche mehrfach wechselten. Zudem veränderten sich die täglichen Arbeitszeiten auch äußerst kurzfristig, da sehr oft Mitarbeiter ausfielen und die Personaldecke durchgehend viel zu gering war. Das ist im Einzelhandel, in der Pflege und in vielen anderen Branchen bekanntlich nichts Besonderes. Es war schon normal den Arbeitsplan im Schnitt zwischen fünf und zehn Mal jede Woche zu ändern. Frühschicht, Mittelschicht, Spätschicht, alles ergab wöchentlich einen bunten nicht planbaren Überraschungsmix, manchmal änderte sich die Arbeitszeit auch wenige Stunden vor Beginn, z.B. wenn es Ausfälle gab. Statt 18 Uhr Feierabend wird es dann 22:30 und am nächsten Tag kommt man halt wieder um 10 Uhr – 18 Uhr und am nächsten Tag morgens um 6 Uhr… Ein ordentliches Privatleben und geregelte Schlafzeiten kann man so vergessen. Selbst ohne zusätzlichen Stress wirken sich derart unterschiedliche und nicht planbare Arbeitszeiten sehr ungünstig auf den Schlaf und dessen ausreichende Erholsamkeit aus.
Der zusätzliche Dauerstress führte dann irgendwann zunächst zu leichten Schlafproblemen, das typische „Nachdenken“ oder auch oft „Nachärgern“ über den Tag, welches das Einschlafen beeinträchtigt und immer wieder verlängert hatte. Die Gedanken kreisen praktisch unaufhörlich im Kopf. Ständige Schlafstörungen führen jedoch dazu, dass die ohnehin schon hohe Konzentration an Stresshormonen im Körper nochmals deutlich ansteigt, vor allem je länger die Schlafproblem anhalten, hier ist speziell das Hormon „Cortisol“ zu nennen. Auch der Adrenalinpegel ist durchgängig zu hoch und hält zusätzlich den ständigen Unruhe und Erregungszustand ungewollt aufrecht. Mein Schlaf war sehr unregelmäßig, betrug bereits vor dem Burnout Zusammenbruch manchmal nur 3-4 Stunden die Nacht, dann wieder 9-12 Stunden und trotzdem war ich auch selbst nach langen Schlafzeiten nach dem Aufwachen immer noch kaputt. Ich merkte wie mein Schlaf immer schlechter wurde, ich konnte den Schlafproblemen und ihrer Entwicklung schon lange vor dem Knock Out praktisch zusehen. In meinem damaligen Tunnelblick hatte ich jedoch nichts dagegen unternommen. Die Quittung kam…



Schlafprobleme sind sehr oft mit psychischen Problemen verbunden

Burnout und Schlafprobleme sind im Zusammenhang sehr häufig, natürlich können auch Bewegungsmangel, schlechte Ernährung und andere Faktoren wie Krankheiten oder Medikamentenkonsum für erhebliche Schlafstörungen sorgen. In diesem Fall soll es aber nur um die psychischen Probleme speziell bei Burnout Betroffenen gehen. Meine Schlafstörungen waren zu Beginn nur „milde“. Als ich jedoch tief im Burnout steckte und Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und viele weitere Symptome folgten, waren die Schlafstörungen mitunter eines der schlimmsten psychosomatischen Symptome überhaupt. In der schlechtesten Phase war ich bereits froh auch nur 1-2 Stunden „Durchschlafen“ zu können bzw. überhaupt in den Schlaf zu finden. Ich hatte nachts Angstzustände, dabei am ganzen Körper unkontrolliert gezittert, vor allem in den Beinen, Herzrhythmusstörungen kamen dazu und extremes Schwitzen. Ich hatte mich zwischenzeitlich vor und nach dem „Zu Bett gehen“ gewogen und innerhalb von 3-4 Stunden bis zu 1,5 Liter Wasser ausgeschwitzt. Die Schlafstörungen waren so extrem das ich mein T-Shirt hätte an die Wand kleben können vor lauter Schweiß, es war triefend nass. Wenn das Gehirn völlig überlastet ist, Depressionen vorliegen, nur noch wenig Serotonin nachts in Melatonin umgewandelt werden kann und der Körper und die Psyche ein einziges Stressbündel sind, welche vom Stresshormon Cortisol und auch von Adrenalin überschwemmt werden, dann sind Schlafstörungen nahezu garantiert. Mein erster Besuch beim Neurologen dauerte zu Beginn meines Burnouts gerade einmal 5-10 Minuten und endete mit der Verschreibung von Antidepressiva, der Möglichkeit auf ein Schlafmittel und einen sogenannten „Protonenpumpenhemmer“ gegen mein damals ebenfalls vorhandenes extremes nächtlich Sodbrennen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir mein Burnout persönlich bereits fast vollständig eingestanden und wusste das für mich keines der Mittel die Lösung war. Ich hatte alles abgelehnt bzw. die Rezepte erst gar nicht in der Apotheke abgeholt. Das einzige was ich genommen hatte waren höher dosierte Baldrian „Nacht“ Tabletten als natürliches Schlafmittel und Melisse, dies hat mir ein ganz klein wenig geholfen.

Typische mögliche Symptome für Schlafprobleme bei einem Burnout aber auch bei Depressionen und zu hohem Stresslevel:

  • Dauergrübeln vor dem Einschlafen oder sofort nach dem Aufwachen, der Kopf schaltet nicht mehr ab
  • Inneres ständiges Unruhegefühl im Bett
  • Angstzustände im Bett die bis hin zur Panikattacke führen können
  • Starkes Herzklopfen oder gar Herzstolpern beim liegen
  • Ständiges Aufwachen
  • Viel zu kurze regelmäßige Schlafdauer von weniger als 4-5 Stunden, oder extremer Kurzschlaf von 1-3 Stunden
  • Starkes bis extremes nächtliches Schwitzen
  • Zittern am und im Körper
  • Ständiger Bewegungsdrang mit Unruhe und dem Druck aufstehen zu müssen verbunden
  • Zitternde und sich selbst bewegende Beine („Restless legs Syndrom“)


Fazit:

Burnouts gehen oft mit massiven Schlafproblemen einher, welche sich völlig unterschiedlich äußern können. Dies kann von „nicht einschlafen können“ bis „ständig aufwachen und kurzer Schlaf“ oder auch einem anderen extrem „12 Stunden Schlaf und nicht ausgeruht sein“ reichen. Wer Schlafprobleme in dieser Form hat, der sollte die Symptome ärztlich abklären lassen. Keine Sorge! Niemand kann Euch zwingen Schlafmittel einzunehmen. Es ist jedoch wichtig, um festzustellen ob es sich um ein körperliches oder psychisches Symptom handelt. Im Falle meiner Psyche hatte ich mich lieber zu einer Hypnose-Therapie in einer Klinik und zu gesundheitlich und psychisch vorteilhaftem eigenverantwortlichem Handeln entschieden. Zusätzlich habe ich mich persönlich in diesen Themen weitergebildet und diese von Ernährung bis Meditation umgesetzt, statt auf Psychopharmaka, Beruhigungsmittel und Schlaftabletten mit teils heftigen Nebenwirkungen zu setzen. Gerade Schlaftabletten haben nicht selten einen süchtig machenden Charakter. Natürlich kann man die Medikamente nehmen – so wie sie vom Arzt verschrieben werden – wenn man glaubt es geht zunächst wirklich nicht anders. Eine Dauerlösung sind die Medikamente jedoch nach meiner ganz persönlichen Erfahrung und Meinung definitiv nicht, vor allem dann nicht, wenn es zusätzlich keine ordentliche psychologische Unterstützung durch wirklich gute Therapeuten gibt oder man selbst nichts unternimmt um seine Situation zu ändern. Geht ruhig zu mehreren Therapeuten oder Ärzten, wenn ihr Euch nicht gut aufgehoben fühlt! Ich habe auf dem selben Weg gute und spezialisierte medizinische Vertrauenspersonen gefunden die auch wirklich Ahnung hatten und nicht einfach nur Chemie verschreiben wollten.



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