Sodbrennen bei Dauerstress und Burnout? – Warum ein Reflux ein typisches Stresssymptom ist und unbedingt zeitnah behandelt werden sollte

Sodbrennen durch Stress Raclette wäre damals zum essen fatal gewesen
Das hätte ich damals ohne unerträglich starkes Sodbrennen und anschließender Übelkeit nicht mehr essen können…
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Inzwischen ist Sodbrennen zu einem sehr weit verbreiteten Symptom, vor allem in unserer westlichen Gesellschaft geworden, welches hauptsächlich auf schlechter Ernährung, Übergewicht, Bewegungsarmut und vor allem auf zu viel negativen Stress zurückzuführen ist. In einigen selteneren Fällen sind auch körperliche Probleme vorhanden, doch die Mehrheit der sogenannten Refluxsymptome dürften wohl ganz klar auf die ersten vier Komponenten zurückzuführen sein, insbesondere dem Stress.



Warum löst Stress Sodbrennen aus und wieso gehört es zu den häufigsten Begleitsymptomen eines Burnouts?

Wenn man häufig negativem Stress ausgesetzt ist, dann hat dieser früher oder später massiven Einfluss auf den Hormonhaushalt im Körper und insbesondere auf das vegetative Nervensystem. Die Worte „Reizmagen“, „Reizdarm“ oder auch alte Weisheiten und Sprüche wie: „Das schlägt mir auf den Magen“ kommen nicht von ungefähr.

Weder für die Verdauung, noch den Gang zur Toilette musst Du aktiv nachdenken, all das erledigen bei einem gesunden und ausgeglichen Menschen das vegetative Nervensystem und all die angeschlossenen Körperfunktionen von ganz alleine. Wenn Du aber ständig gestresst bist, eventuell sogar noch häufiger Schlafmangel hinzukommt und Dein Körper mit Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin dauergeflutet wird, dann gerät dieses Nervensystem durcheinander.

Der ganze Körper ist bei gestressten Menschen aus der Balance, so auch die Verdauung, die Produktion von Magensäure ist oft deutlich überhöht. In manchen Fällen ist der Körper so durch den Stresseinfluss gestört, dass die Magensäure nicht nur in die Speiseröhre, sondern bis hinein in den Mund steigen kann. Man stößt häufiger stark sauer auf, es kann dabei sogar ein regelrechter Schwall an Magensäure oder flüssigem Mageninhalt hochkommen, der zu einem Brennen im Rachen führt und bis hin zu Erbrechen und Übelkeit reichen kann.

Stress schlägt auf den Magen, das ist allseits bekannt. Von daher liegt es sehr nahe, dass eine der absolut grundlegendsten Maßnahmen gegen Sodbrennen zunächst die maximal mögliche Reduktion von negativem Stress darstellt. Zumindest wenn der Reflux nicht allein durch eine rein körperliche Fehlfunktionen oder Krankheit entstanden ist. Dies kann jedoch nur ein guter Facharzt durch eine eingehende Untersuchung klären.

Wie die Magensäure die Speiseröhre hinauf bis in den Mund kommen kann

Der Mensch hat am Magenausgang und oberhalb der Speiseröhre zwei Ringmuskel, die bei normaler Funktion dafür sorgen, dass keine Magensäure vom Magen bis nach oben in den Mund steigen kann. Diese Schließmuskeln nennt man medizinisch auch „Ösophagussphinkter“.

Selbst wenn der erste Schließmuskel am Magenausgang bereits mit der Menge an Magensäure überfordert ist und Einiges davon durchlässt, dann stoppt normalerweise spätestens der im hinteren Rachenraum befindliche Muskel die Säure vor dem Eintritt in den Mund. Ist auch dieser überlastet oder geschwächt und die Magensäure wird aufgrund der Stressfaktoren und dem fehlenden Ausgleich dazu in einem derart hohen Maß produziert, dann steht einem der Magensaft förmlich im Mund.

Das Sodbrennen kommt meist nach dem Essen verstärkt zum Vorschein, insbesondere wenn sehr fetten oder süßen Speisen gegessen wurden, da dann besonders viel Magensäure zur Verdauung benötigt wird. Bei mir war es am schlimmsten Punkt meines Burnouts sogar beim Verzehr von Bananen und Brezeln der Fall, selbst Wasser führte zu saurem Aufstoßen. Dazu aber später mehr unter dem Punkt „Eigene Erfahrungen mit Sodbrennen“

Auch sehr häufig ist Sodbrennen am Abend oder in der Nacht, da durch die Liegeposition, insbesondere bei flachen Kopfkissen die Magensäure wesentlich leichter aufsteigen kann. Eine Erhöhung der Kopfposition kann hier schon eine nützliche Hilfe sein, um die Symptome zumindest etwas zu mindern. Eine langfristige Lösung ist das natürlich nicht, wenn es darum geht die grundlegenden Ursachen die das Sodbrennen auslösen zu beseitigen.

Warum man Sodbrennen zeitnah behandeln und möglichst schnell reduzieren sollte!

Fast jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens mehrmals über kurze Zeit Sodbrennen. Nach einem fetten und ausgiebigen Essen an Weihnachten, nach dem Verzehr von sauer eingelegten Heringen oder einem opulenten Raclette an Silvester, kann der Reflux kurzzeitig auftreten. Der Magen ist dann einfach überlastet und benötigt für die großen und fettigen Mengen auch entsprechend viel Säure. Zudem drückt die aufgenommene Masse an Essen ganz schön nach oben.

Tritt das Sodbrennen aber häufiger und teils über Wochen auf, dann sollte man sich zunächst fragen warum dies so sein könnte und bei anhaltenden Refluxsymptomen auch einen Arzt aufsuchen. Langfristiges und regelmäßiges Sodbrennen führt zu ständigen Reizungen bis hin zu Entzündungen der Speiseröhre. Bei Aufsteigen in den Mundbereich schädigt die Magensäure die Schleimhaut im Rachenraum und die Zähne. Auf lange Sicht kann der ständige Rückfluss auch zu Langzeitschäden an der Speiseröhre führen, bis hin zu Geschwüren und in Extremfällen auch zu einer Begünstigung von Speiseröhrenkrebs.

Die Ärzte verschreiben in solchen Fällen sehr oft Säureblocker und Protonenpumpenhemmer. Letztere heißen in der Fachsprache auch „Protonenpumpeninhibitoren“ und senken aktiv die Magensäureproduktion. Säureblocker wiederum binden die Säure oder mildern sie ab. Beide Medikamentenarten sind auf Dauer alles andere als gesund. Bei weiter bestehendem und häufigem negativem Stress lösen sie auch nicht die Ursache, sondern reduzieren nur das dadurch entstandene Symptom. Das Gleiche gilt auch für folgende Faktoren die Sodbrennen sehr stark begünstigen:

  • Übergewicht
  • Alkoholkonsum
  • Hohe Kaffeekonsum
  • Schlechte Ernährung (Viel Fast Food, Weißmehl, Zusatzstoffe, viele ungesunde Fette, Fertiggerichte, viel Zucker, Süßigkeiten und Fertigbackwaren usw.)
  • Deutlicher Bewegungsmangel
  • Schlafmangel und Schlafstörungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten

Ist die Ursache des Sodbrennens rein körperlich, kann manchmal nur eine Operation helfen. Die lebenslange Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren und Säureblockern hat einen sehr schlechten Einfluss auf die Gesundheit und führt nicht selten zu neuen Erkrankungen. In einem solchen Fall hilft aber nur die genaue Diagnose und Behandlung durch einen wirklich guten Arzt weiter.

Ich will auch niemanden die häufig verschrieben Medikamente ausreden, auch wenn ich sie alles andere als gut und lösungsorientiert finde. Auch ich sollte damals nach ärztlichem Ratschlag schleunigst einen Protonenpumpenhemmer verschrieben bekommen, da mir die Magensäure nachts bis in den Mund stand. Ich lehnte ab und behandelte mich nach eigenerer, tagelanger Recherche im Internet mit natürlichen Mitteln und Maßnahmen selbst. Dies soll nun explizit keine Aufforderung zur Selbsttherapie sein, sondern nur die Schilderung meiner eigenen Erfahrungen mit diesem typischen Stresssymptom. Es beschreibt wie ich das Sodbrennen so nach einiger Zeit wieder losgeworden bin bzw. es bei seiner zeitweisen besonders starken Ausprägung deutlich abmildern konnte!

Eigene Erfahrungen mit Sodbrennen während meines Burnouts

Das Sodbrennen war eines der ersten Symptome, die damals schon recht nah am Anfang meines Burnouts in Erscheinung traten. Zunächst noch relativ leicht, mit ab und zu einem brennenden Gefühl in der Speiseröhre oder einem kurzen sauren Aufstoßen. Das kam zu Beginn auch nur nach dem Essen bis maximal ein bis zwei Stunden danach vor. Es fühlte sich zudem sehr seltsam und teils für mich unbestimmbar an, weil ich vorher nie Probleme mit dem Thema hatte.

Im weiteren Verlauf und mit der Zunahme der anderen Symptome wurde das Sodbrennen immer schlimmer. Nachdem ich dann auch noch starke Schlafstörungen bekam und Angst und Panikattacken, erreichte das Sodbrennen ganz schnell neue Dimensionen. Nachts konnte ich vor lauter Brenngefühlen kaum noch schlafen, am Tiefpunkt kam mir öfter beim Liegen ein ganzer Schwall Mageninhalt in den Mund geschwappt.

Während ich schlief oder versuchte mich irgendwie zu entspannen, fühlte es sich an als ob sich meine ganze Speiseröhre umdreht. Es machte sogar Geräusche und pulsierende und krampfende Bewegungen. Alles war am Ende völlig durcheinander und fühlte sich nicht richtig an, wie aus seiner natürlichen Funktion gerissen. Mein Magen spielte total verrückt, selbst pures Brot, Bananen und sogar absolut trockene und von Hand entsalzte Brezeln führten zu einem starken Sodbrennen bereits während des Verzehrs.

Dieser extreme Zustand hielt gut einen Monat an. Zumindest bahnte sich danach endlich keine Magensäure mehr ihren Weg bis in meinen Mund. Das grundlegende Sodbrennen sollte aber noch einige Zeit bestehen bleiben. Je stärker ich jedoch den Stress reduzierte und je mehr Maßnahmen ich ergriff, desto nachhaltiger reduzierte sich auch – meist etwas zeitversetzt – das Sodbrennen. Zu Beginn nutzte ich allerdings noch einige natürliche Heilmittel und auch ein paar bekannte Hausmittel wie z.B. einfache Bullrichsalz-Tabletten*.

Heute habe ich überhaupt kein stressbedingtes Sodbrennen mehr. Ich kann wieder alles problemlos essen was ich möchte. Hätte ich damals z.B. ein Raclette oder ein Fondue gegessen, dann wäre das Sodbrennen so schlimm gewesen, dass neben dem Aufsteigen der Magensäure bis in den Mund auch sehr wahrscheinlich starke Übelkeit und gegebenenfalls sogar Erbrechen gefolgt wären.



Fazit:

Stress und Sodbrennen gehen und kommen meist Hand in Hand. Die Verkaufszahlen von entsprechenden Medikamenten zur Behandlung oder besser gesagt Symptomunterdrückung, erreichen immer wieder neue Höchststände.

Diese größtenteils ganz und gar nicht harmlosen Mittel werden nicht selten leichtfertig eingenommen, ohne an die langfristigen Konsequenzen und die möglichen Nebenwirkungen zu denken. In den meisten Fällen lassen sich die wahren Ursachen des Sodbrennens mit entsprechend nachhaltigen Maßnahmen sowie ausreichend Zeit und Geduld für die Regeneration des Körpers reduzieren oder häufig sogar ganz beseitigen.

Der eigentliche Grund für das Auftreten des Reflux ist dann nicht zu viel Magensäure und deren Aufsteigen in die Speiseröhre, sondern z.B. eine miese Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und viele andere Einflussfaktoren, vor allem aber oft zu viel negativer Stress. Meist treten diese Auslöser auch in Kombination zusammen auf. Die übertriebene Magensäureproduktion oder das gestörte vegetative Nervensystem sind „nur“ die daraus entstehenden Folgen. Von körperlichen Krankheiten oder Einschränkungen wie z.B. einem beschädigten Schließmuskel der Speiseröhre selbstverständlich abgesehen.

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Über Marco Eitelmann 31 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

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