Warum negative Menschen schlecht für Deine Heilung bei Burnout, Depressionen und Angstzuständen sind und wie Du solche Personen erkennen und vermeiden kannst

Typische Sätze die häufig von sehr negativen Menschen stammen. Du solltest diesen Personen so wenig Platz wie möglich in Deinem Leben geben. Jeder kann mal negativ drauf sein, einen "schlechten Tag" haben oder auch mal Nörgeln. Durchweg negative Menschen schaden jedoch Deiner psychischen und körperlichen Gesundheit, wenn Du es zulässt!
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Es ist äußerst nachteilig für Deine Genesung und auch für Deinen allgemeinen psychischen und körperlichen Zustand, wenn Du häufig von negativen Menschen umgeben bist. Selbst bei psychisch und körperlich gesunden Personen ist ein solcher Umgang vor allem auf Dauer schädlich. Die negativen Persönlichkeiten haben einen direkte Einfluss auf Deine Stimmung, Deine Emotionen und Deine Gedankengänge, selbst wenn Du nur relativ kurz mit ihnen zu tun hast.
Wenn Du zu oft oder gar ständig dieser Negativität ausgesetzt bist, dann leiden Deine Psyche und auch Dein Körper sehr deutlich darunter, selbst wenn Du bereits sehr viele Resilienzen dagegen aufgebaut hast, kannst Du Dich dem Vorgang nicht vollständig entziehen. Du müsstest schon ein „Meister“ der Meditation sein, dass Dich eine solch permanente Negativität im Umfeld kaum noch erfassen kann. Es gibt tatsächlich Mönche, die während wissenschaftlicher Beobachtung unter dem MRT sowie dem EEG nachweislich einen derart anderen Bewusstseinszustand erreichen, dass ihnen selbst grausame Bilder oder extreme Stresssituationen kaum noch etwas negatives anhaben können und die Reaktion im Gehirn anhand der Messinstrumente eine völlig andere ist, als es bei Durchschnittpersonen der Fall wäre.
Diese Mönche sind dabei jedoch nicht abgestumpft gegenüber den jeweiligen Situationen. Ihre Reaktion im Gehirn, ihre Hormonausschüttung und ihre Emotionen reagieren jedoch anders.

Negative Menschen sind auch in der Lage neben Depressionen und Burnout Zuständen eine Angsterkrankung zu Fördern oder hypochondrische Zustände anzuheizen, indem sie ständig über Gefahren, Ängste, Bedrohungen und die ach so schlimme Zukunft sprechen. Zudem sind diese Menschen oft Meister darin sich immer weiter in solche Thematiken hineinzusteigern und sie künstlich aufzubauschen.



Wie erkenne ich negative Menschen in meinem Umfeld?

Auch wenn Du in guter körperlicher und psychischer Verfassung bist, solltest Du durchweg negative Menschen möglichst meiden. Falls Du psychische Probleme hast, gilt dies erst recht! Du erkennst solche negativen Persönlichkeiten relativ einfach:

  • Es wird ständig nur darüber gesprochen wie schlimm alles ist.
  • Themeninhalte wie die schlimme Politik, Krankheiten, Wirtschaftskrisen, Weltuntergang usw. sind die bestimmenden Inhalte in deren Gesprächsvoralgen und Äußerungen.
  • An der persönlichen Miesere des Betroffenen sind sehr häufig nur die Anderen schuld, die Politiker, die Ausländer, der Chef, die schlimmen Kollegen, die Kindheit usw.
  • Wenn es um Krankheiten oder Schicksalsschläge geht melden sich diese Personen sofort, meist um zu erzählen das es bei ihnen genauso schlimm oder noch schlimmer war und es eh nicht besser wird.
  • Selbst wenn einmal alles offensichtlich perfekt und schön erscheint, sind diese Personen am Nörgeln und Angst verbreiten. Genießen ist für sie schwierig.
  • Online sind diese Menschen auch besonders gern mit negativen Beiträgen aktiv und nahezu denselben Verkündungen und Diskussionsbeteiligungen wie im realen Leben, nur das diese häufig auch noch mit Video und Bildmaterial unterfüttert werden. Achte daher auf Deine persönliche Social Media Hygiene.
  • Wenn es um die Einnahme von Medikamenten gegen „unheilbare“ Depressionen und Ängste geht, kennen diese Personen sich „bestens“ aus. Sie profilieren sich mit dem was sie selbst schon alles genommen haben. Motto: „Ich muss noch viel mehr Medikamente nehmen als Du und vor allem Stärkere“ oder „Ohne Medikamente geht es eh nicht, Depressionen sind unheilbar!“
  • Es wird vor allem über die Vergangenheit geredet, die entweder schrecklich war, oder viel besser als heute und natürlich über die Zukunft, die wird in der Regel als negativ, gefährlich und schlecht bewertet. „Alles wird immer schlimmer“ und „Früher war es besser, schöner oder noch gut“ sind Standardsprüche dieser Menschen, manchmal auch in abgewandelter Form.
  • Wenn gute Nachrichten kommen, dann werden diese meistens mit Sätzen wie „Hält eh nicht lange an“ oder „Warten wir es mal ab ob das so gut ist“ kommentiert.
  • Ist etwas Schlimmes passiert oder besteht tatsächlich eine Bedrohung, dann wird sich bis zum Anschlag darin hineingesteigert, die schlimmsten Dinge werden ausgemalt und neue Bedrohungen gibt es bereits schon am Horizont.

Ich gehörte früher in Teilen auch zu diesen negativen Menschen. Ich war mir die meiste Zeit völlig unbewusst, wie ich mir selbst und meinem Umfeld damit schade. Ich konnte sowohl Menschen massiv aufbauen und motivieren, als auch in kürzester Zeit die Stimmung in ein pessimistisches Debakel kippen lassen. Heute bevorzuge ich die erste Möglichkeit und arbeite permanent daran die Zweite kontinuierlich abzutrainieren und mir einer aufkeimenden Negativität bewusst zu werden.

Aber muss ich diesen Menschen nicht helfen? – Bin ich egoistisch, wenn ich die Kontakte zu diesen Personen abbreche oder reduziere?

Nein, Du musst gar nichts in dieser Richtung tun und bist dabei auch nicht egoistisch. Das heißt nicht, wenn jemand Deine Hilfe braucht, dass Du dieser Person, dem Freund, Kumpel oder dem Mitglied Deiner Familie nicht helfen sollst.
Oft ist es jedoch leider so, dass negative Menschen einfach Aufmerksamkeit brauchen, sie saugen die Energie von anderen Personen weg, brauchen immer andere Menschen zur Hilfe oder zum Ablegen ihrer ganzen Sorgen und Negativität. Viele davon suhlen sich sogar in ihren Depressionen, Krankheiten, identifizieren sich damit und geben mit ihrem Medikamentenkonsum an oder sagen ständig wie schlimm doch alles für sie im Leben ist. Das klinkt furchtbar, ist es auch, denn diese Menschen sind sich noch nicht dessen voll bewusst. Es macht ihnen auch keinen Spaß, unterbewusst spulen sie aber immer wieder das gleiche Schema ab, das sie immer weiter in eine Abwärtsspirale führt. Sie ziehen sehr häufig ihr Umfeld massiv damit rein, auch dies oft unbewusst. Einige dieser negativen Menschen benutzen Dich als Müllkippe für ihre Emotionen, Negativität und zum Aufladen ihrer eigenen Energie. Die Negativität ist zu deren Lebensinhalt geworden. Du kannst ihnen nicht helfen, wenn sie es nicht wirklich wollen und aktiv und ehrlich selbst um Hilfe bitten und sich ihrem Zustand bewusstwerden.
Ich habe selbst in meiner Therapie in der Psychiatrie gemerkt, wie sich kleinere Gruppen gebildet hatten von genau solchen Menschen. „Wer ist hier der Negativste, Kränkste, Depressivste“, so ähnlich klang das als beim Zuhören. Statt über die Inhalte der Therapie, Erfolge oder tiefgründige, sinnvolle und hilfreiche Themen zu reden, hat man sich stattdessen über die Politik, die Asylkrise, die schlimme Wirtschaft und die schreckliche Arbeitsstelle oder die generell ungerechte Welt unterhalten. Das waren im wahrsten Sinne des Wortes negative Therapiegruppen. Genau bei diesen Menschen schlug die Therapie auch nur vermindert, zumeist auch gar nicht an. Wenn die Negativität der Gruppe nicht reichte, dann schaute man aufs Smartphone um sich der schlechten News und Bedrohungen des Internets zu bedienen oder abends im Fernsehen die Nachrichten im öffentlichen Gruppenraum, um sich wiederum gemeinschaftlich aufzuregen und runterzuziehen. Alles war natürlich schlimm und wurde aus deren Sicht auch immer schlimmer…

Du bist also weder egoistisch noch fehlt Dir eine entsprechende Hilfsbereitschaft, wenn Du Abstand von solchen negativen Menschen nimmst!

Du kannst nichts für diese Personen tun, ähnlich wie bei einem Raucher, Alkoholiker, Heroinsüchtigen oder auch Schlafmittel Abhängigen der nicht wirklich zu 100 Prozent aufhören will, sich grundlegend verändern möchte und fest daran arbeitet. Du kannst auch nichts Aktives für solche Menschen unternehmen um sie davon zu überzeugen sich nachhaltig zu ändern. Du kannst höchstens zeigen wie gut es Dir heute geht und was Du dazu unternommen und erreicht hast. Vielleicht weckt das etwas in diesen Personen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit im Durchschnitt nicht sehr hoch dafür ist. Manchmal muss ein Mensch halt noch tiefer fallen um sich etwas bewusst zu werden oder zu verstehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann, man Hilfe benötigt und man sich wirklich verändern muss.

Wie Du im realen Leben die Zeit und den Austausch mit negative Menschen größtenteils vermeiden oder zumindest deutlich reduzieren kannst – Auch dann, wenn sie als Deine Kollegen, Dein Chef oder sogar in Deiner Familie auftreten

Ideal wäre es natürlich, wenn Du absolut keine Kontakte mehr zu negativen Menschen pflegen könntest. Diese Menschen gehören aber zum Leben dazu, sie sind auch nicht von Grund auf böse oder schlecht. Sie sind sich nur nicht ihrem persönlichen Verhalten wirklich bewusst!
Du kannst in Deinem Leben auch nie alle negativen Personen vermeiden. Am Arbeitsplatz einen negativen Chef oder Kollegen oder in der Familie den Bruder, die Schwester oder auch die eigenen Eltern lassen sich nicht einfach so aus Deinem Leben wegstreichen. Trotzdem kannst Du immer etwas während der teils unvermeidlichen Kontaktzeit mit diesen Personen tun und die Negativität die dabei verbreitet wird für Dich auf ein Minimum reduzieren.

  1. Nicht Reaktion
    Du kennst sicher diesen Persönlichkeitstyp, der die ganze Zeit stöhnend, ächzend und jammernd im Raum sitzt und dann ständig in Deine Richtung schaut, weil er unbedingt Aufmerksamkeit, Bedauern oder ein Gespräch diesbezüglich anfangen will. Er will z.B. ständig über ein Krankheitsthema oder die harte Arbeit sprechen und klagen. Das kannst Du ignorieren, er hat Dich nicht angesprochen, auch wenn er größtenteils nonverbal einen Dialog oder besser Monolog aufbauen wollte. Lass Dich nicht auf solche Gesprächsanbahnung ein.
  2. Kurze Antwort auf negative Themen:
    Wenn Dein Chef, Deine Mutter oder ein Bekannter Dich direkt auf negative Themen ansprechen sollte, dann kannst Du natürlich Antworten, Deinen Standpunkt klarmachen und Deine Meinung äußern. Wenn Dich das Thema aber einfach nur nervt oder Du es völlig anders siehst und weißt, dass Dein Gegenüber nur negativ darüber berichten kann egal was Du nun sagst, dann gebe nur eine ganz kurze Antwort. Ein „Ja“, ein „Nein“ oder auch „Sehe ich genauso oder nicht so“ reicht bereits völlig aus. Wenn es dann mit dem Thema weitergehen sollte und nicht lockergelassen wird, dann mach es einfach kurz und sage das Du bei Deinem Standpunkt bleibst. Wenn es Dein Chef ist und Du etwas durchführen musst, dann sage Deine Meinung dazu und mach es halt. Wenn es jemand aus Deiner Familie ist, der Dich mit negativen Themen bombardiert und eventuell Groll empfindet, weil Du bei Deiner Meinung bleibst oder nicht darüber reden möchtest, dann lass sie halt grollen. Der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist Du.
  3. Werfe eine „positive Bombe“ <- Macht Spaß!
    Früher ließ ich mich unbewusst häufig mit Negativität anstecken oder verbreitet sie bei einigen Themen sogar gezielt selbst. Heute mache ich es gerne umgekehrt.
    Ein Beispiel: Als ich in der Therapie war, lief abends der öffentliche Fernseher mit den Nachrichten. US Präsident Trump war gerade gewählt worden, im TV sah man noch etwas über schlimme Arbeitsverhältnisse und die schlechte Bezahlung und mal wieder irgendeinen Konflikt oder Anschlag. Vor dem Fernseher hatte sich bereits die Negativgruppe breitgemacht. Natürlich voll in ihrem Element. Trump bedeutet den Weltuntergang, alles wird immer schlimmer, die Löhne sinken, überall Krieg und Tod…
    Ich wurde gezielt angeschaut und sollte auf diese Art wohl in das Gespräch gezogen werden. Früher hätte ich mich darauf eingelassen, vielleicht sogar unterstützend gewirkt oder mit neuen Themen angeheizt. Dieses Mal sagte ich aber sinngemäß folgendes: „Wusstet ihr das die Zahl der Kriegstoten weltweit prozentual seit dem zweiten Weltkrieg stark rückläufig ist, das viel weniger Menschen auf der Welt an Hunger sterben als vor 20 Jahren und das die weltweite Bevölkerung die zuvor weit unter der Armutsgrenze gelebt hat in den letzten 10 Jahren drastisch gesunken ist?
    Die Reaktion war für die Negativität regelrecht zerstörerisch, manche Anwesenden waren plötzlich völlig still, andere versuchten wiederum direkt mit Sätzen wie „Ja aber es sterben immer noch so viele und wer weiß ob das so bleibt“ die Negativität aufrechtzuerhalten. Ich stieß dann unmittelbar das nächste positive Thema an und wie gut ich die Therapie hier finde. Zwei Leute gingen direkt weg, das ging ja gar nicht was ich da tat… und schon kam wieder der nächste Spruch der negativen Hardliner „Also mir bringt die Therapie hier nix“. Das ist ein absolut typisches Beispiel und es macht sehr viel Spaß die positive Richtung einzuschlagen.


Fazit:

Negative Menschen solltest Du wirklich so gut es geht meiden. Penetrante Personen die ständig nur nörgeln, schlechte Stimmung verbreiten oder aktiv andere Leute runterziehen, solltest Du ganz aus Deinem Leben gehen lassen, wenn Du nicht mit diesen zusammenleben oder zusammenarbeiten musst. Ansonsten kannst Du immer eine der drei Möglichkeiten zur Vermeidung oder Begrenzung der Negativität auf ein Minimum nutzen. Die Welt ist natürlich nicht nur Friede – Freude – Eierkuchen und durchweg positiv. Der Unterschied zwischen einem Realisten und einem Pessimisten ist aber, dass der Realist sich die Fakten anschaut, daraufhin bewertet und nach Lösungen sucht oder sie akzeptiert, der Pessimist hingegen suhlt sich in negativen Meldungen, sucht nicht nach der Lösung, sondern schaut das er die Probleme noch befeuert oder übertrieben darstellt und die Zukunft mit düsteren Prognosen füllt. Sei ein Realist mit einem Zug zum Optimismus und verbreite ihn.

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Über Marco Eitelmann 11 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

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