Zähneknirschen durch Stress klingt zunächst wie ein relativ harmloses Symptom, es kann aber weitreichende Folgen haben!

Die vom Zahnarzt nach eingehender Untersuchung häufig verordnete Knirscherschiene oder auch Aufbissschiene genannt hilft dabei die Zähne vor den Belastungen des nächtlichen Zähneknirschens zu schützen. Wichtig ist es aber die eigentliche Ursache des unterbewussten und gesundheitsschädlichen Verhaltens zu beseitigen. Das ist in den allermeisten Fällen Stress und psychische Überbelastung ohne entsprechenden Ausgleich.
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Vor allem Nachts knirscht eine beträchtliche Anzahl an Menschen mit den Zähnen. Dies ist sehr häufig durch zu viel Stress bedingt und kann vor allem langfristig zu weitreichenden Konsequenzen für die Gesundheit und das Wohlbefinden führen. Auch tagsüber kann das Zähneknirschen vorkommen, oft auch in Form eines sehr festen Zusammenpressens der Zähne. Bleibt dieser Zustand vor allem mittel- bis langfristig unbehandelt, dann hat dies weitreichende Folgen nicht nur für die Zahngesundheit (Abnutzung der Zähne) und das Kiefergelenk, sondern auch für die Kiefer-, Hals, Schulter und Rückenmuskulatur. Diese Muskelgruppen werden dauerhaft überlastet, verspannen und verhärten sich und führen so zu weiteren gesundheitlichen Problemen. Während das unbewusste Zähneknirschen und Pressen tagsüber seltener ist und relativ leicht durch Achtsamkeitsübungen und Verhaltenstherapien abgeschwächt oder sogar vollständig unterdrückt werden kann, wird es bei dem nächtlichen Vorgang schon schwieriger. Da der Körper den Stress vor allem Nachts verarbeitet, wird das Knirschen mit den Zähnen vollständig unterbewusst und somit während des Schlafens automatisch aktiviert. Die enormen Kräfte die hier in der Nacht auf die Zähne und den Kiefer wirken, wären tagsüber bewusst nur mit absolutem Willen zu erreichen. Vor allem bei der widerlichen Geräuschkulisse die der Knirschvorgang erzeugt. Es hört sich richtig ungesund für die Zähne an und man würde wohl direkt ein solches Vorhaben abbrechen.



Erfahrungen und Folgen meines eigenen jahrelangen Zähneknirschens

Auch ich hatte jahrelang geknirscht. Es fing bereits in der Kindheit an und war im Jugendalter immer noch vorhanden. Als ich meine Schulzeit beendete und die Ausbildung anfing wurde es dann zunehmend heftiger. Je höher ich in der Karriereleiter stieg, desto lauter wurde es Nachts. Es war teils so laut, dass meine Frau mich weckte weil sie von dem Knirsch- und Knackgeräuchen meiner Zähne wach wurde. Ich bekam immer mal wieder eine sogenannte „Knirschschiene“, wie sie auf dem Foto oben zu sehen ist. Diese Knirschschienen, die oft auch als Aufbissschiene oder Knirscherschiene bezeichnet wird,  gibt es in der Version „hart“ und „weich“. Der Härtegrad bezieht sich auf die Festigkeit und Flexibilität des verwendeten Kunststoffes. Ich hatte über die vielen Jahre mehrmals beide Modelle, konnte damit aber nicht gut schlafen. Oft taten mir der Kiefer und die Zahnreihen auch morgens mehr weh als ohne entsprechende Knirschschiene. Somit schlief ich eher ohne statt mit diesem Schutz. Das Resultat waren nach einigen Jahren stark abgeknirschte Backenzähne. Ich hatte noch nie Karies oder sonstige Zahnkrankheiten, aber durch den Stress gegen den ich damals nichts unternommen hatte, habe ich nun abgenutzte Zähne und auch die ein oder andere Zahnecke durch das Knirschen verloren.

Weitere gesundheitliche Symptome die als Folge des Zähneknirschen entstehen können:

Neben den logischen und unmittelbar sichtbaren Symptomen, wie dem Abknirschen der Kauflächen, direkten Zahnschäden, abgebrochenen Zahnecken oder Zahnschmerzen, vor allem nach dem Aufwachen, gibt es noch viele weitere sekundäre Krankheitsbilder. Dieser werden jedoch oft nicht direkt mit den nächtlichen Kiefer- und Zahnaktivitäten in Verbindung gebracht.

  • Schmerzen über das Gesicht bis zur Kieferknochenaufhängung und den Ohren durch massive Kiefermuskelüberlastung
  • Starke Verkrampfungen der Muskulatur, die sogar die korrekte Schließung bzw. das Öffnen des Kiefers verhindern können
  • Verspannungen im Hals-, Nacken-, Schulter- und Rückenbereich mit Dauerschmerzen
  • Durch die Verhärtung der Muskeln in der Hals- und Nackenregion und entstehende Dauer-Fehlstelllungen kann es zum Kloßgefühl im Hals kommen, welches oft zusätzlich bei Stress getriggert wird.
  • Schwere Zahnschäden, abgebrochene Zähen und Zahnverlust sind in Einzelfällen möglich
  • Die erheblichen Fehlbelastungen können einen Tinnitus begünstigen
  • Sehr empfindliche Zähne, gerade auch tagsüber (Gegen Hitze, Kälte, Säuren)
  • Sehr starkes Zähneknirschen geht meist mit Schlafstörungen einher, welche wiederum zu einer verminderten Leistungsfähigkeit am Tag führen. Es entsteht ein Stresskreislauf der sich selbst beschleunigt.

Gerade der letzte Punkt ist besonders wichtig. Sowohl Schlafstörungen, als auch das Zähneknirschen an sich und die verminderte Erholung nach dem Aufwachen, sind alles Anzeichen für zu viel Stress und zu wenig Ausgleich. Zwar ist jedes Symptom auch einzeln sehr oft auf Stress zurückführbar, doch bedingen diese sich auch gegenseitig. Wer morgens nach einer unterbewusst ausgeführten, extremen „Knirschnacht“ und nur sehr wenigen Stunden erholsamen Schlaf weiter in den stressigen Alltag startet, der wird kontinuierlich immer mehr gestresst werden. Der negative Kreislauf beginnt so wieder von Vorn und befeuert sich selbst.

Über 25 Jahre Zähneknirschen und jetzt ist es fast weg…

Ich habe im Prinzip von Kindesalter bis ins Erwachsenenalter mehr oder weniger stark „durchgeknirscht“. Vor allem in den letzten 10 Jahren durch erheblichen Stress auf meiner ehemaligen Arbeit, war es in den Nächten besonders stark und laut. Es legte sich zwar in den letzten Jahren etwas, war aber immer noch sehr häufig da. Heute hört man mich gar nicht mehr Knirschen. Auch die typischen Abdrücke der Zähne an den beiden Zungenrändern werden immer schwächer. Das was mir wirklich dagegen geholfen hat, war eine ganz erhebliche Stressreduktion, sowie die tägliche Meditation und die regelmäßige Entspannung in der Natur. All dem ist eine intensive Therapie in einer Klinik vorausgegangen, die ich insgesamt wegen meines Burnout hatte.

Der Stress muss weg, die Ursachen müssen gefunden, bearbeitet und behoben werden und die konsequente Entspannung mit zusätzlichen „Leerlaufzeiten“ ist besonders wichtig. Auch ein zeitlich ausreichender Schlaf gehört dazu. Dauerstress und ständige Verfügbarkeit und „Betriebsamkeit“ sind sehr schädlich für die Gesundheit. Versuch Dich einfach mal nur 20 Minuten hinzusetzen, die Augen offen zu halten und nichts zu tun, auch nicht an das zu denken was Du gerade tun willst oder noch tun „musst“. Wenn es Dir sehr leicht fällt, dann bist Du schon super entspannt und ruhig. Den meisten Menschen gelingt dies jedoch nicht. In unserer heutigen Gesellschaft sind Ruhe, „nichts tun“ oder gar Langeweile Luxusgüter. Sie sind so ein Luxus, dass sie sogar sehr oft als stressig und unangenehm wahrgenommen werden, sollten sie doch einmal die Chance haben überhaupt aufzutauchen.



Fazit:

Das Symptom „Zähneknirschen“ gehört zu den typischen Stressanzeichen und ist in den Industrienationen äußerst häufig anzutreffen. Zeitweise betrifft dies jede zweite bis dritte Person allein in Deutschland. Die Folgen sind durchweg negativ und können von eher harmloseren Verspannungen bis hin zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. Auch wenn ich selbst nicht gut mit den verordneten Knirscherschienen zurecht kam, sollte man jedoch unbedingt diese Möglichkeit der Zahnschonung ausprobiert haben. Es ist sehr gewöhnungsbedürftig und auch zunächst unangenehm eine solche Schiene nachts zu tragen, sie hilft jedoch die Zähen zu schützen und die Muskeln etwas zu entlasten. Lasst Euch in diesem Fall unbedingt von einem guten Zahnarzt beraten und ausgiebig untersuchen. Die Knirschschienen können sowohl für den Oberkiefer als auch für den Unterkiefer angefertigt werden. Auch sollte man die Unterschiede zwischen einer harten und einer weichen Aufbissschiene unbedingt einmal ausprobiert haben. Ich hatte bei der harten Variante am Morgen generell mehr und stärker ziehen Schmerzen in den Zahnreihen im Vergleich zur weichen Schiene. Letztere hatte ich aber innerhalb eines Jahres immer kaputt geknirscht. Im Übrigen kann auch der Besuch bei einem Physiotherapeuten oft zusätzlich gute Hilfe leisten. Das Wichtigste ist jedoch den Stresslevel deutlich zu senken und sich einen regelmäßigen Ausgleich zu schaffen!

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Über Marco Eitelmann 4 Artikel
Ich war selbst im Jahr 2016 von einem schweren Burnout betroffen. Ich hatte Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und etliche psychosomatische Symptome, wie extreme Schlafstörungen, Sodbrennen, Kloßgefühl im Hals, Schweißausbrüche und viele weitere gesundheitliche Probleme. Ich möchte auf meiner Webseite meinen persönlichen Weg aus dem Burnout schildern und beschreiben welche psychischen und körperlichen Symptome ich hatte und was mir letztendlich alles wirklich geholfen hat um wieder gesund zu werden.

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